Wo ist „Fungie“?
Iren vermissen berühmten Solitär-Delfin
Wo ist der Delfin „Fungie“? Mit Sorge stellen sich viele Menschen in Irland derzeit diese Frage. Denn „Fungie“ ist nicht mehr da! 1983 tauchte der Große Tümmler in der Bucht des Hafenstädtchens Dingle an der Südwestküste Irlands in der Grafschaft Kerry auf und blieb. Denn „Fungie“ ist ein „Lone Ranger“-Delfin. Seit September 2019 ist er der älteste und am längsten solitär lebende Delfin der Welt. Damit schaffte er es dann sogar ins Guinness Buch der Rekorde. Mitte Oktober 2020 jedoch verschwand “Fungie” aus der Dingle Bay. Sein Schicksal ist ungewiss. Da der Delfin mit nun wahrscheinlich 45 Jahren Jahren ein hohes Alter erreicht hat, fürchten viele, dass er gestorben sein könnte.
Chaos in Schleswig-Holstein um einen „Lone Ranger“-Delfin in der Eckernförder Bucht!
Was die Iren viele Jahrzehnte lang gut hinbekamen, ein harmonisches Miteinander von Touristen und einem „Lone Ranger“ Delfin, ist in Schleswig-Holstein nicht denkbar.
Denn um einen seit nun über sechs Monaten in der Eckernförder Bucht lebenden Gemeinen Delfin entwickelte sich mit der Zeit ein immer chaotisch werdender Zirkus. Badegäste, Stand-Up-Paddler, Taucher, Kajak-, Schlauchboot- und Motorbootfahrer bedrängten den Delfin in steigender Zahl, wollten ihn anfassen, sich von ihm sogar durchs Wasser ziehen lassen.
Dingle ehrte “Fungie” sogar mit einer Statue.
Ron Cogswell/CC BY 2.0
Dabei gerieten sie selbst in Gefahr. Mehrfach trieb der Wind Paddler und Schlauchbootfahrer in Richtung Ostsee ab. Taucher ohne Markierungsbojen konnten jederzeit von Motorbooten überfahren werden. Dies alles war den Behörden bekannt. Doch niemand schritt ein. Auch dass sich alles in einem militärischen Sperrgebiet abspielt, interessiert niemanden, nicht einmal die Bundesmarine.
GRD und WDC fordern Umweltminister zum Handeln auf
Gemeinsam mit Whale and Dolphin Conservation (WDC) forderten wir im September den schleswig-holsteinischen Umweltminister, Jan Philipp Albrecht, auf, endlich adäquate Regelungen zum Schutz des Delfins und der ihn besuchenden Menschen auf den Weg zu bringen.
Dabei verwiesen wir nachdrücklich auf die im Juni gemeinsam mit dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) und WDC veröffentlichten „Leitlinien zur Beobachtung von Walen und Delfinen in Deutschland“.
Den zuständigen Behörden liegen also Richtlinien vor, wie respektvolles und angemessenes Verhalten für das Tierwohl bei Begegnungen mit wilden Walen und Delfinen in deutschen Gewässern ablaufen kann und sollte. Bedauerlich ist, dass dies noch keine Wirkung zeitigt.
Oben: “Fungie” schwimmt munter voran, gefolgt von einem Ausflugsboot.
Foto: Philip Loos
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