Schlechte Nachrichten von den Southern Resident Orcas

von | 21. August 2019 | News - Delfine

Drei weitere Orcas sind sehr wahrscheinlich gestorben

Die Southern Resident Orcas, auch südliche ortstreue Schwertwale genannt, halten sich überwiegend – vor allem während der Sommermonate – in den Gewässern von Washington State (USA) und im südlichen British Columbia (Kanada) auf. Die Southern Residents teilt man in drei Pods, also Familiengruppen, ein: J-Pod, K-Pod sowie L-Pod. Am 6. August hat das Center of Whale Research bekanntgegeben, dass aus jeder der drei Pods ein Tier vermisst wird. Es ist stark davon auszugehen, dass die Tiere verstorben sind.

Einige Orcas hatten bereits zu Beginn des Jahres geringe Überlebenschancen

Bereits zu Beginn des Jahres 2019 hat das Center of Whale Research einigen der Orcas keine sehr guten Überlebenschancen bescheinigt. Im Januar teilte das Center mit, dass weder Princess Angeline (J17), noch Scoter (K25) die Chance hätten, den Sommer zu überleben. Die Buchstaben der Tiere zeigen, zu welchem Pod sie jeweils gehörten. Der dritte Orca, der fehlt, ist Nyssa (L84). Das ist umso trauriger, da die Forscher und Fans, die die Southern Residents beobachten und verfolgen, sich Anfang 2019 über die Geburt von zwei Kälbern gefreut hatten.

Fotocredit: © Stiftung Firmm

Gefährdung der Southern Resident Orcas

Im Bundesstatt Washington in den USA wurden die Orcas in den Jahren 2004 und 2005 als gefährdete Art gelistet. Die Population der Southern Residents ist bereits im Jahr 1995 von 98 auf 75 gesunken. Die Gründe für diesen Schwund sind vielfältig. Zum einen haben sich über die letzten Jahre die Lebensbedingungen für die Tiere sehr verschlechtert: Zum Großteil ernähren sich diese Orcas vom Königslachs, dessen Populationen ebenfalls als vom Aussterben bedroht gelten. Das liegt daran, dass Menschen ihren Lebensraum durch Dämme dezimieren und ihnen den Weg zu ihren bevorzugten Plätzen zum Ablaichen versperren.

Zum anderen ist das Meer stark verschmutzt, nicht zuletzt durch Mittel wie Polychlorierte Byphenyle, PCB oder Plastik bzw. Insektizide. Einige Substanzen sind zwar mittlerweile verboten, dennoch lagern sie sich im Blubber (Fettschicht) der Orcas an und werden somit immer wieder an die Nachfahren weiterübertragen. Die Umweltgifte greifen massiv in das Immunsystem der Meeressäuger ein und sorgen u.a. für Unfruchtbarkeit. Nicht zuletzt spielt auch die Lärmbelästigung eine große Rolle, denn die Southern Residents halten sich in Gebieten auf, in denen zahlreiche Schiffe unterwegs sind. Darunter beispielsweise Schlepper, Fähren, Privatboote, Containerschiffe, Öltanker oder Walbeobachtungsboote

Lachs auf Wanderschaft (Pixabay)

Schlechter Zustand der Southern Resident Orcas

Bereits im Dezember konnte das Center of Whale Research eine beunruhigende Beobachtung festhalten. Das nun sehr wahrscheinlich verstorbene 42-jährige Orca-Weibchen (J17), hatte einen sogenannten „Erdnusskopf“ (Peanut Head) ausgeprägt. Diesen entwickeln Orcas nur, wenn sie abgemagert sind – was noch deutlicher zeigt, dass der Königslachs immer weiter schwindet. Bemerkenswert ist, dass ihre Verwandtschaft, wie etwa Granny (J2), die zuletzt im Jahr 2016 gesichtet werden konnte, damals über 100 Jahre alt war. Somit wurden die Tiere vor knapp 40 Jahren mehr als doppelt so alt. J17 war die Mutter von Tahlequah (J35), welche im Juli 2018 17 Tage lang ihr verstorbenes Kalb auf dem Kopf trug.

Ein großes Problem der Southern Residents ist darüber hinaus der Mangel an männlichen Orca-Nachkommen. Orca-Mütter unterstützten die erwachsenen Meeressäuger bei der Jagd, und ohne Mutter hat sich beispielsweise auch der Zustand von K25 erheblich verschlechtert. Er war der älteste Mann seines Pods und wurde zuletzt im September 2018 gesichtet. Seine zwei Schwestern und ein Bruder (K20, K27 und K34) leben glücklicherweise noch.

Auch wenn es gute Nachrichten gibt – wie die Geburt der zwei Kälber – so gibt es doch deutliche Anzeichen dafür, dass es den Southern Residents immer schlechter geht. Die Tiere zeigen zum Teil deutliche Anzeichen dafür, dass sie hungern, wie etwa der „Erdnusskopf“ von J17. Durch die massive Umweltbelastung und den weiteren Rückgang des Königslachses ist leider davon auszugehen, dass die Population weiter sinkt.

Orca (Pixabay)

Unterstützen Sie unsere weltweiten Projekte zum Schutz bedrohter Delfine und ihrer Lebensräume.

l

Weitere Artikel

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.