Wie atmen Wale und Delfine?
Wale und Delfine atmen nur durch ihre Nasenlöcher
Auch wenn Wale und Delfine im Meer leben, handelt es sich bei ihnen nicht um Fische, die über Kiemen atmen, sondern um Säugetiere. Das bedeutet, dass sie an die Wasseroberfläche kommen müssen, um zu atmen. Im Gegensatz zu uns Menschen tun sie dies allerdings bewusst, einen Atemreflex haben sie nicht. Wie genau funktioniert das? Wie atmen Delfine und Wale?
Die einen haben nur ein Blasloch, die anderen zwei
Meeressäuger halten sich, anders als wir Menschen, nicht überwiegend an der Wasseroberfläche auf. Das heißt, sie müssen bewusst dorthin schwimmen, um zu atmen und Sauerstoff aufzunehmen. Sie atmen jedoch nicht wie wir Menschen auch durch den Mund, sondern ausschließlich durch ihre “Nasenlöcher”, welche man als Blasloch bezeichnet.
Dieses befindet sich in der Regel mittig auf dem Kopf der Tiere. Alle Zahnwale, wie die Orcas (Orcinus orca) oder die Großen Tümmler (Tursiops truncatus) haben ein Blasloch, das eine runde Form hat, während Bartenwale, wie der Blauwal (Balaenoptera musculus), der gleichzeitig auch das größte Lebewesen unserer Welt ist, zwei Blaslöcher haben, die nebeneinander liegen.
Was die mittige Position des Blasloches nabelangt, stellt der Pottwal (Physeter macrocephalus) eine Ausnahme dar: Bei ihm befindet sich das Blasloch leicht versetzt auf der linken Seite des Kopfes.
Wie funktioniert das Blasloch?
Jetzt werden sich vermutlich viele die Frage stellen: Aber wie funktioniert das unter Wasser, wie atmen Delfine und Wale? Unter der Wasseroberfläche bleibt der Blasloch fest verschlossen. Tauchen Wale und Delfine auf, wird die verbrauchte Luft nach oben explosionsartig ausgestoßen. Diesen Ausstoß bezeichnet man als Blas. Geübte Wal- und Delfinbeobachter oder auch Forscher können die verschiedenen Wal- und Delfinarten oftmals schon aus der Ferne erkennen, denn der Blas jeder Wal- und Delfinart ist einzigartig.
Der Blas ist manchmal gut zu sehen, wie bei diesem Orca.
Tief tauchen
Wie tief die Meeressäuger tauchen können, ist ebenfalls von der Atmung abhängig. So ist der Blauwal beispielsweise in der Lage, auf eine Tiefe von bis zu 300 Meter hinab zu tauchen. Wale und Delfine können ihre Luft viel länger als wir Menschen anhalten. Das hängt damit zusammen, dass sie ihre Luft viel besser nutzen können als wir.
Wir Menschen tauschen bei der Atmung nur etwa 15 Prozent der Luft aus, während Wale etwa 80 bis 90 Prozent ihres Lungenvolumens entleeren, bevor sie wieder einatmen.
Patendelfin “Magic” aus dem Roten Meer verharrt am Meeresgrund. Foto: Frank Wachsmann
Stickstoff hinausfiltern
Darüber hinaus sind Wale und Delfine in der Lage, den Stickstoff aus ihrem Blut herauszufiltern. Beim Auftauchen könnte es sonst dazu kommen, dass dieser durch den immer geringer werdenden Wasserdruck “auskocht”.
Wir Menschen kennen dieses Problem auch beim Tauchen, wo es zu einer sogenannten Taucherkrankheit kommen kann, wenn der Mensch nach einem Tauchgang zu schnell an die Oberfläche schwimmt. Wale und Delfine besitzen für diese Funktion eine hohe Menge von Hämoglobin und Myoglobin. Ersterer ist für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich, während letzterer den Sauerstofftransport aus dem Blut vom Hämoglobin übernimmt und ihn in den Muskelzellen wieder abgibt. Das bedeutet, dass sie bei längeren Tauchgängen eine hohe Menge an chemisch gebundenem Sauerstoff mit sich führen.
Den Rekord hinsichtlich der Tauchtiefe hält übrigens der Pottwal: Tauchgänge von bis zu 90 Minuten und auf eine Tiefe von 3 000 Metern schafft er problemlos.
Pottwal vor Dominica. Foto: Andrea Steffen
Foto oben: Peru-Patendelfin “Tatooine” von Julio Reyes/ACOREMA
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