Gemeinsam gegen tödliche Geisternetze – Einsatz auf der Ostsee
Geisternetzbergung am 08. und 09. August vor Rügen
Am vergangenen Wochenende war ein kleines, motiviertes GRD-Sondereinsatzkommando auf der Ostsee unterwegs. Ihre Mission? Gefährliche Geisternetze aufspüren und bergen!
Diese Altlasten aus der Fischerei sind eine unsichtbare Bedrohung für die Meeresfauna. Sie töten unbemerkt weiter, lange nachdem sie verloren gingen. Seit über fünf Jahren arbeiten wir als GRD gemeinsam mit erfahrenen Taucher*innen gegen diese Todesfallen und haben bis dato 12,15t unschädlich gemacht.
Gute Stimmung bei den Bergungs-Taucher:innen – die kleine schlagkräftige Einsatzgruppe startete früh morgens!
Sondereinsatzkommando der GRD
Für diesen Einsatz waren fünf ehrenamtliche Taucher*innen und unser Geisternetz-Experte Wolfgang Frank am Freitag und Samstag jeweils mehrere Stunden vor Rügen auf See. Die Suche nach diesen Altlasten ist aufwendig – oft sind die Netze verborgen unter einer Schlamm- oder Sandschicht und schwer zu erkennen. Bei schlechter Sicht und im kalten Wasser der Ostsee ist das für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung.
Insgesamt wurden neun Verdachtspunkte angefahren und sorgfältig untersucht. An acht konnten wir aufatmen – keine neuen Netze, keine Gefahr.
An einer Stelle jedoch fand unser Team ein massives Problem: Ein altes Netz hatte sich an einem Wrack verfangen und ragte bedrohlich ins freie Wasser. Unsere Taucher*innen handelten sofort und konnten rund 100 Kilogramm an Geisternetzen sicherstellen.
Weniger Geisternetze gefunden als erwartet - trotzdem keine Entwarnung!
Auch wenn wir bei unserem jüngsten Einsatz auf weniger Geisternetze gestoßen sind als befürchtet, ist es noch lange nicht an der Zeit, Entwarnung zu geben. In der Ostsee liegen weiterhin unzählige Altlasten der Fischerei, und jedes Jahr kommen neue hinzu – Schätzungen zufolge gehen hier jährlich rund 10.000 Netze verloren, sei es durch versehentlich abgerissene Fanggeräte oder durch bewusstes Entsorgen.
Nur sind nicht alle dieser Geisternetze für Taucher*innen erreichbar, sodass für manche Einsätze neue technische Lösungen benötigt werden.
Umso wichtiger ist jeder kleine Beitrag zum Schutz der Meere, denn dieses geborgene Geisternetz bedeutet gerettetes Leben unter Wasser.
Ohne die herausragenden Leistungen der ehrenamtlichen Taucher*innen und Unterstützer*innen wäre das alles nicht möglich. Nur so kommen wir Schritt für Schritt unserem Ziel näher: Sichere Meere für alle Lebewesen.
100 Kilogramm an Geisternetzen wurden geborgen und anschließend an Land gebracht.
Abschlussfoto nach einer erfolgreichen Bergung – Danke liebe Ehrenamtliche!
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