Färöer-Inseln: Giftiges Grindwalfleisch!

Was den Wikingern einst recht und billig war, bringt bei einigen ihrer Nachfahren heute die Familienplanung durcheinander

Die Bewohner der im Nordatlantik gelegenen Färöer, einer zu Dänemark gehörenden Inselgruppe mit Selbstverwaltung, laben sich, wie ihre Vorfahren, gerne am Fleisch von Grindwalen (einer Delfinart) und Delfinen. Neben den Norwegern, Isländern und Grönländern gehören die knapp 45 000 Bewohner der Färöer-Inseln zu den Europäern, die regelmäßig Fleisch von Meeressäugern konsumieren. Sie täten gut daran, dies sein zu lassen. Grindwalfleisch ist eigentlich Sondermüll, vollgestopft mit Umweltgiften wie Quecksilber, PCB (polychlorierte Biphenyle), Kadmium und Pestiziden wie Dieldrin, die sich bei den am Ende der Nahrungskette stehenden Zahnwalen im Körper anreichern. Insbesondere der extrem hohe Quecksilbergehalt verursacht bleibende Schäden beim Menschen.

Erkenntnisse schon seit Jahren bekannt

Zwar sind diese Erkenntnisse über giftiges Grindwalfleisch schon seit Jahren bekannt. Doch nun wurden sie auch von offizieller färöischer Stelle bestätigt. Wie der New Scientist am 28.11.2008 berichtet, hat die Gesundheitsbehörde der Färöer dazu aufgerufen, ab sofort kein Fleisch von Grindwalen mehr zu verzehren, da es aufgrund der hohen Konzentration an Giftstoffen nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sei.”Es ist sehr bedauerlich, dass wir diese Empfehlung geben müssen. Grindwale haben viele Färöer über Jahrhunderte hinweg am Leben erhalten”, erklären Pal Weihe und Hogni Debes Joensen von der Gesundheitsbehörde.

Heutzutage führt der Genuss von Walfleisch zu Störungen in der neuronalen Entwicklung bei Föten, zu Bluthochdruck, Immunschwächen bei Kindern sowie Kreislauferkrankungen. Auch wurde eine Zunahme von Parkinson-Erkrankungen und möglicherweise Unfruchtbarkeit bei Erwachsenen festgestellt.

Bereits 2000 zeigte eine von Wissenschaftlern der Universität Odense, Dänemark, durchgeführte Langzeitstudie, dass die rund 45 000 Bewohner der Schafsinseln auffallend hohe Konzentrationen der bei Grindwalen nachgewiesenen toxischen Stoffe aufweisen. Die Forscher stellten insbesondere bei Kindern Sprach-, Konzentrations- und Erinnerungsstörungen fest – typische Symptome einer Quecksilbervergiftung. Diese Ergebnisse veranlassten die färöische Gesundheitsbehörde jedoch lediglich zu der Empfehlung, den Konsum von Grindwalfleisch einzuschränken. Seit Jahren kämpft die GRD, gemeinsam mit vielen anderen Organisationen, gegen die Grindwal- und Delfinmassaker auf den Färöern. (Lesen Sie auch: Massaker auf den Färöer-Inseln: 1428 sinnlos abgeschlachtete Delfine)
Foto oben: eia

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