Klimawandel: fatale Folgen für Meer und Delfine

Die Folgen der Hitzewelle von 2011

Die Shark Bay an der Küste Australiens ist unter anderem für die dort lebenden Delfine berühmt. Eine Studie zeigte nun, dass diese durch den Klimawandel bedroht werden.Ein internationales Forschungsteam um Sonja Wild und Michael Krützen von der Universität Zürich hat Hunderte Tiere untersucht. Mittels den Langzeitdaten konnte erforscht werden, welche Folgen die Hitzewelle von 2011 für die Delfine hatte.

Wassertemperaturen steigen

Durch die Hitzewelle 2011 stiegen die Wassertemperaturen in den Gewässern Australiens um mehr als 4 Grad Celsius über den langjährigen Durchschnitt. Folglich starben Seegraswiesen ab und die Fischbestände sanken. Die Überlebensrate der Delfine fiel nach der Hitzewelle um 12 Prozent. Mögliche Erklärungen für den geringeren Fortpflanzungserfolg sind sehr wahrscheinlich der Rückgang des Nahrungsangebots und eventuell auch eine Verzögerung der Geschlechtsreife. Die Gründe wollen die Wissenschaftler nun genauer untersuchen. Außerdem waren die Forscher über die langfristigen Folgen der steigenden Temperaturen erstaunt: Der Fortpflanzungserfolg stabilisierte sich selbst sechs Jahre nach der Hitzewelle nicht. Dabei sind Opfer des Klimawandels vor allem die Delfine, welche nicht weit in tiefen Gewässern schwimmen können. Delfingruppen, welche tiefer tauchen, finden mehr Futter.

Delfinmutter mit ihrem Kalb in Shark Bay. © Sonja Wild Dolphin Innovation Project

Ökosystem Meer bedroht

Die Studie der UZH zeigt zum ersten Mal, dass Hitzewellen auch erhebliche Konsequenzen für Tiere haben, die sich an der Spitze der Nahrungskette befinden. Außerdem ist der Kimawandel „nicht nur problematisch für die langfristige Perspektive von Delfinpopulationen, sondern für die gesamten Ökosysteme des Meeres“, berichtet Studienleiter Michael Krützen, Professor am Anthropologischen Institut der UZH.

Kohlenstoffsenke Meer

Die Ozeane regulieren das Klimasystem der Erde. Sie nehmen rund 30 Prozent des menschengemachten Kohlenstoffdioxids jährlich auf und mildern somit die globale Erwärmung. Die Kohlenstoffsenke Meer verfügt über einen Kohlenstoffkreislauf-Mechanismus: Dabei zieht das Wasser Kohlenstoff aus der Atmosphäre und das Phytoplankton in der oberen Meeresschicht verarbeitet das Kohlendioxid mit Sonnenlicht zu organischem Material, welches auf den Meeresgrund sinkt. Die steigenden Temperaturen und die Versauerung beeinträchtigen jedoch die Effizienz der sogenannten „Kohlenstoffpumpe“. Folglich wird weniger organisches Material produziert und Kohlenstoff in die Tiefen der Meere transportiert.

Versauerung der Meere

Das Meer bremst zwar die Erderwärmung und nimmt einen beträchtlichen Teil des Kohlenstoffdioxids ab, aber zahlt den hohen Preis der Versauerung dafür:

Durch die Aufnahme von Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre wird eine chemische Reaktion eingeleitet, die den pH-Wert des Meeres sinken lässt. Laut Wissenschaftlern des Leibniz-Zentrums für Marine Tropenforschung fällt der pH-Wert seit Beginn der Industrialisierung, Ende des 19. Jahrhunderts.

Die Opfer der Versauerung

Von der Versauerung der Meere sind vor allem Korallen, Weichtiere, Seeigel und Seesterne betroffen. Fische sind weniger empfindlich, da sie die sinkenden pH-Werte durch ihr Blut ausgleichen können.

Der Kalkbildungsprozess der Korallen, Seeigel oder Muscheln wird durch die niedrigen pH-Werte beeinträchtigt. Außerdem reagieren die Kalkschalen mit dem aufgenommenen Kohlendioxid und das Meer wird noch saurer. Dies wiederum zersetzt die Kalkschalen. Folglich sind die Lebewesen nicht in der Lage, Schadstoffe zu filtern und dienen nicht mehr als Futter für andere Lebewesen. Diesem Teufelskreis fallen unzählige Meeresbewohner zum Opfer.

Korallen und Algen leben in Symbiose. © PIXABAY

Die Basis des Meeres in Gefahr

Je niedriger der pH-Wert des Wassers, umso weniger Eisen nimmt Plankton auf. Jedoch ist Eisen für das Wachstum essenziell. Viele Arten von Phytoplankton bilden außerdem Kalkskelette aus und sind damit doppelt betroffen.

Dies ist besonders alarmierend, denn wenn das Plankton als Nahrungsgrundlage für andere Lebewesen, wie beispielsweise den Krillkrebsen fehlt, mangelt es auch an der Ernährungsbasis von anderen Tieren, wie der Wale und Delfine.

Schildkröte schwimmt in Korallenriff. © PIXABAY

Korallensterben

Eine UNESCO-Studie hat festgestellt, dass die Korallenriffe der Erde komplett ausgestorben sein könnten, wenn sich die Kohlenstoffdioxid-Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts nicht drastisch verringern. Dabei sind Korallen durch vier Folgen des Klimawandels bedroht: Die steigende Wassertemperatur, die Versauerung des Wassers, der Meeresspiegelanstieg und veränderte Sturmstärken.

Korallen leben symbiotisch mit den in ihnen lebenden Algen. Hierbei versorgen die Algen die Koralle mit Nährstoffen und umgekehrt die Koralle die Alge mit Stickstoff. Sobald die Koralle, beispielsweise durch die Wassererwärmung, gestresst wird, nimmt sie die Alge als Fremdkörper war und bedroht sie durch eine Immunreaktion. Bei der Korallenbleiche wird die Alge ausgestoßen. Folglich fehlt der Koralle die Ernährungsgrundlage und sie stirbt. Die Korallenriffe, welche ganze Ökosysteme für Tier- und Pflanzenarten bilden, werden zerstört.

Tote Korallen. © Bruno de Giusti

Tiere auf der Flucht

Viele Meeresbewohner flüchten vor den wärmeren Wassertemperaturen in kältere Gewässer. Die marinen Lebensräume der Arten verschieben sich und Forscher fanden Anzeichen dafür, dass im wärmeren Gewässer mehr Lebewesen erkranken. Als Folge davon könnten sich auch für die Menschen schädliche Erreger schneller ausbreiten.

Was du tun kannst:

Durch unsere tagtäglichen Entscheidungen beeinflussen auch wir den Klimawandel. Wenn die Temperatur mit der aktuellen Geschwindigkeit steigt, würde eine Erderwärmung von drei bis vier Grad bis Ende des Jahrhunderts erreicht werden. Die Folgen davon sind von desaströsem Ausmaß.

Du kannst deinen ökologischen Fußabdruck und deine CO2-Emissionen verringern!

– Verzichte so gut es geht auf Kurz- und Langstreckenflüge.

– Benutze die öffentlichen Verkehrsmittel, dein Rad oder gehe doch einfach zu Fuß. So tust du auch etwas für deine Gesundheit. 

– Spare Wasser, indem du im Alltag auf deinen Verbrauch achtest: dusche lieber anstatt zu baden und sammle Regenwasser für deine Blumen. 

Reduziere deinen Stromverbrauch: Schalte das Licht aus, wenn du den Raum verlässt. Wasche bei geringer Temperatur deine Kleidung. Lüfte lieber Stoß als bei gekipptem Fenster. 

– Hinterfrage deine Ernährung: Kaufe saisonal und regional, reduziere dein Fleisch- und Fischkonsum – oder besser: verzichte ganz

– Überdenke dein Konsumverhalten: Jedes Produkt verursacht Treibhausgasemissionen.

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