Update: Weitere Delfine mit Pilzinfektionen im Roten Meer

von | 1. April 2022 | News - Rotes Meer

Pilzinfektion: Krankheit gibt Rätsel auf und ist auf Menschen übertragbar

Ende Februar wurde im Roten Meer das Delfin-Kalb „Farida“ mit Läsionen an Rückenflosse und Kiefer gesichtet. Ursächlich ist eine Pilzinfektion, die sich so gut wie unmöglich behandeln lässt. Nun haben unsere Projektpartner von Dolphin Watch Alliance (DWA) weitere Delfine mit Läsionen gesichtet.

(Update vom 5. April 2022)  Ob die Läsionen vom gleichen Pilz verusacht werden, kann nach Informationen von DWA derzeit nicht sicher beantwortet werden. Dennoch nimmt man an, dass eine lobomykose-ähnliche Krankheit für die Infektionen verantwortlich ist. Diese wurde nicht nur bei „Farida“ beobachtet, sondern auch bei anderen jungen Indopazifischen Großen Tümmlern. Darunter: „Lia“, die Tochter von „Laura“. Bei ihr sind Maulspitze und Brustflossen betroffen.

Das Erscheinen dieser Krankheiten nimmt zu je schwächer das Immunsystem ist. Auch die Nähe der Tiere zu verschmutztem Wasser soll sich auf den Pilzbefall auswirken. Leider konnte die Quelle der Infektion noch nicht ausgemacht werden – dies geht aus einer Meldung von Dolphin Watch Alliance hervor.

 Zusammen mit unseren Projektpartnern hoffen wir sehr, dass sich die Delfine bald erholen!

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(Beitrag vom 1. März 2022) Vor acht Monaten hat „Ferdinand-Destiny“, Patendelfin der GRD, ihr drittes Delfinbaby zur Welt gebracht: „Farida“.  Jetzt wurde das Kalb mit Läsionen an Rückenflosse und Kiefer gesichtet. Die Pilzinfektion ist sehr schnell aufgetaucht – Behandlungsmöglichkeiten sind so gut wie unmöglich.

Noch im Januar wurde „Farida“ in den Gewässern vor Hurghada fotografiert, ohne dass äußerliche Symptome einer Krankheit erkennbar waren. Bei der jüngsten Sichtung waren hingegen an der Rückenflosse und an der Spitze ihrer Schnauze deutliche Läsionen erkennbar. Eine Gewebeprobe würde zweifelsfrei feststellen, um welche Krankheit es sich handelt. Nichtsdestotrotz gehen unsere Projektpartner von Dolphin Watch Alliance davon aus, dass es sich um einen Pilz namens „Lacazia loboi” handelt, der vor allem in tropischen Klimazonen Lateinamerikas vorkommt.

Deutlich sichtbar: Läsionen an Rückenflosse und der Spitze von „Faridas” Schnauze. Sie schwimmt zusammen mit ihrer Mutter „Ferdiand”.

Biologin Angela Ziltener erklärt in diesem Kontext, dass die Läsionen mit einer „lobomykose-ähnlichen Krankheit” übereinstimmen. „Es ist bekannt, dass die Krankheit sowohl Menschen als auch Delfine betrifft. Manchmal und leider kann diese Krankheit auch tödlich enden“, so Angela Ziltener. Eine Behandlung bei wildlebenden Delfinen ist nahezu ausgeschlossen, da jede mögliche Behandlung über längere Zeit verabreicht werden müsste. Somit bleibt zu hoffen, dass sich „Farida“ schnell wieder erholen wird.

Aktuell wurden vom DWA-Team weitere Delfine mit Pilzinfektionen gesichtet. Bei „Lia” (Tochter von „Laura”) befinden sich diese am Mund, bei einem anderen jungen Delfin (ohne Namen) auch auf dem Rücken. Noch steht die Bewertung des Tierarztes aus. Sobald diese vorliegen, werden wir umgehend über die Ergebnisse informieren.

„Lia” und ein weiterer junger Delfin (ohne Namen) haben ebenfalls Hautausschläge, letzterer auch auf dem Rücken

Hintergrund: „Lacazia loboi“ - Pilzinfektion bei Delfinen

Der Ursprung von „Lacazia loboi“ ist nach wie vor unbekannt. Der brasilianische Entdecker Jorge Lobo hatte im Jahr 1930 vermutet, dass der Pilz im Boden und der Vegetation lauert. Die Pilzinfektion dringt über kleine Verletzungen der Haut ein und bildet dort Knoten und Geschwüre. Der Studie „Epidemiology of lobomycosis-like disease in bottlenose dolphins Tursiops spp. from South America and southern Africa” zufolge ist die Krankheit chronisch und kann auf andere Populationen übergreifen.

Auch eine Übertragung auf den Menschen ist möglich. Damit bestätigt sich einmal mehr, dass Menschen eine Berührung mit Delfinen zwingend vermeiden sollten, gerade beim sogenannten „Schwimmen mit Delfinen“. Stattdessen gilt es, sich an Verhaltensregeln zu halten, damit Infektionsrisiken auf ein Minimum reduziert werden. Und zwar für Mensch und Tier. Alles über den Verhaltenskodex beim „Schwimmen mit Delfinen“ findet ihr hier.

Fotos: Angela Ziltener / Dolphin Watch Alliance

Helfen Sie den Delfinen aus dem Roten Meer jetzt mit Ihrer Patenschaft

Ferdinand-Destiny

Ferdinand-Destiny überlebte einen Haiangriff. Schwer verwundet suchte sie Schutz bei Tauchern. Als die Wunden heilten, kehrte sie zu ihrer Gruppe zurück, ihr Interesse an Menschen blieb.

Fee

Fee ist die jüngste Tochter von Ferdinand-Destiny. Sie wurde im Juni 2016 geboren.

Magic

Magic wurde im Juli 2013 geboren. Als sie ein paar Monate alt war, verhedderte sie sich in einer Angelschnur, die ihr tief ins Fleisch schnitt. Eines Tages war die tödliche Gefahr wie durch ein Wunder verschwunden.

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