Die GRD rückt die bedrohten Wale in den Fokus

von | 19. November 2023 | News - Fischerei

Fünfteilige Fachbeitragsreihe über Schweinswale startet

Die Schweinswale in Nord- und Ostsee sind bedroht. Mit der fünfteiligen Fachbeitragsreihe „Die bedrohten Schweinswale an Deutschlands Küsten” will die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) auf die dramatische Situation des Schweinswals in Nord- und Ostsee aufmerksam machen und gleichzeitig den Handlungsdruck auf die politischen Entscheidungsträger:innen erhöhen.

Schweinswal-Populationen schrumpfen rapide

Nicht nur die Population in der zentralen Ostsee, die noch auf ca. 500 Tiere geschätzt wird, ist gefährdet. Neueste Studienergebnisse zeigen auch für die westliche Ostsee einen alarmierenden Rückgang von geschätzten 14.000 Tieren im Vergleich zu 40.000 im Jahr 2016. Für die Nordsee weisen aktuelle Erhebungen darauf hin, dass nachdem die Schweinswal-Population über einen Zeitraum von fast zwei Jahrzehnten geschrumpft ist, sich die Bestände auf einem niedrigen Niveau eingependelt haben.

„Obwohl Schweinswale in Deutschland unter strengem Schutz der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie stehen und gemäß Bundesnaturschutzgesetz einem Störungs-, Verletzungs- bzw. Tötungsverbot unterliegen, gehen ihre Populationszahlen aufgrund anthropogener Einflüsse in Ost- und Nordsee stetig zurück. Das ist eine direkte Folge einer verfehlten Meerespolitik!“, kritisiert Verena Platt-Till, Diplom-Biologin der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. „Die Schutzgebiete bestehen oftmals nur auf dem Papier“, kritisiert ebenfalls Katharina Weinberg (Fachbereichsleitung Naturschutz) von der Schutzstation Wattenmeer e.V., die bei der Erstellung der Fachbeiträge IV und V mitgewirkt hat.

Fehmarn: Gestrandeter Schweinswal
Foto: Niels Ristau

Die Fachbeitragsreihe zeigt die vielfältige Bedrohungslage auf

Die Fachbeitragsreihe zeigt für Nord- und Ostsee auf, unter welchem Druck die Meere und damit auch die Schweinswale durch die anthropogenen Einflüsse stehen. Es werden beginnend mit dem 29. November im wöchentlichen Rhythmus unter Berücksichtigung des aktuellen Forschungsstandes relevante Problemfelder thematisiert:

FACHBEITRAG I
>>> Pinger, PAL und Co. – die Rettung des Schweinswals vor den tödlichen Stellnetzen in der Ostsee?
zum Beitrag

FACHBEITRAG II
>>> Anthropogener Lärm in Nord- und Ostsee – große Gefahr für die Meeressäuger
zum Beitrag

FACHBEITRAG III
>>> Wie der Mensch die marinen Ökosysteme an ihre Belastungsgrenze bringt – mit dem Hauptfokus auf dem Lebensraum der Schweinswale in Nord- und Ostsee
zum Beitrag

FACHBEITRAG IV
>>> Wirksame Schutzgebiete – die einzige Chance zur Erhaltung der Populationen
zum Beitrag

FACHBEITRAG V
>>> Deutschlands „Walschutzgebiet“ vor Sylt und Amrum – ein Erfolgsmodell zum Schutz des Schweinswals?
zum Beitrag

Wir fordern: Wirksame Meeresschutzgebiete zur Erhaltung und Wiederherstellung der Biodiversität

Die GRD fordert weiträumige und aktiv gemanagte Schutzgebiete in Nord- und Ostsee, die ihrem Namen gerecht werden. Die anthropogenen Störeinflüsse müssen minimiert werden. Weiterhin schließt sich die GRD den Forderungen anderer Umweltorganisationen an, mindestens 50 Prozent der Meeresschutzgebiete zu „Nullnutzungszonen“, also Zonen ohne jeglichen ökonomischen Einfluss, zu erklären.

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