Zauberhafte Delfine im Ionischen Meer
Artenvielfalt im Ionischen Meer
Auf großer Fahrt von Rocella nach Crotone (Süditalien) begegneten Claudia R. und ihrer Segelcrew am 18. April einer Gruppe von Streifendelfinen (Stenella coeruleoalba).
Monate lang mit dem Schiff unterwegs
„Es waren mindestens 10 bis 12 Tiere“, erzählt Claudia R. „Sie begleiteten unser Schiff eine ganze Weile. Wir sind Monate lang mit dem Schiff unterwegs und ich schaue bei jeder Gelegenheit gespannt auf das Meer, um Tiere zu sichten.“
Im gleichen Meerabschnitt entdeckten die Segler noch mindestens 5 Meeresschildkröten. Wenige Tage nach der Begegnung mit den Streifendelfinen trafen sie sogar auf mindestens 6 Rundkopfdelfine. „Sie kamen kurz an unser Schiff und zogen dann weiter“, berichtet Claudia R. voller Begeisterung. „Ebenso verfolge ich Ihre aktive Arbeit in Bezug auf den Schutz dieser liebevollen Tiere und generell auf den Schutz unserer Meere, hier das Mittelmeer. Wie gut, dass es Sie gibt!“
Dankenswerterweise ließ sie uns nicht nur an ihrem zauberhaften Delfinerlebnis Teil haben, sondern sandte uns auch eine Reihe sehr sehenswerter Fotos und ein kurzes Video (sieh unten)!
Steckbrief Streifendelfine
Die etwa 1,80 bis 2,50 Meter langen und bis zu 165 Kilogramm schweren Streifendelfine (Stenella coeruleoalba) sind eine der am weitesten verbreiteten Delfinarten in den Weltmeeren und kommen in allen Ozeanen in tropischen, subtropischen und gemäßigten Breiten vor.
Sie haben einen sehr schlanken Körper, eine schmale kurze Schnauze, die typische „Melone“ ist deutlich ausgeprägt. Ihr auffälligstes Merkmal: je ein schwarzes Band verläuft vom Auge zu den Flippern und zwei weitere Bänder von den Augen über die Flanken bis zum Schwanzstiel unter dem Bauch. Von der Fluke bis zur Stirn sind sie dunkelgrau gefärbt, die Seiten sind hellgrau, die Bauchseite ist meist weiß, die Fluke eher dunkel. Weltweit soll es noch geschätzte zwei Millionen Exemplare dieser Delfinart geben. Sie gelten als nicht bedroht und stehen unter keinem besonderen Schutz.
Allerdings vermehren sich Delfine nur sehr langsam und die Zahl der Streifendelfine ist seit 1991 – wie bei allen anderen Meeressäugerarten im Mittelmeer – stark rückläufig. Die Ursachen: Überfischung, Beifang in Fischernetzen, Umweltbelastungen wie Schiffsverkehr und Lärm.
Video "Streifendelfine im Ionischen Meer"
Weitere Artikel
Pipi-Alarm: Amazonas-Delfine senden Botschaften per Urinstrahl
Der Boto, auch als Amazonas-Flussdelfin bekannt, zählt zu den außergewöhnlichsten Delfinarten der Welt, was er unlängst einmal mehr unter Beweis gestellt hat: Forschende beobachteten mehrfach, wie männliche Tiere gezielt Urin in die Luft spritzen. Das ungewöhnliche Verhalten tritt offenbar regelmäßig auf und könnte Teil ihrer sozialen Kommunikation sein. Möglicherweise übermitteln die Delfine ihren Artgenossen auf diese Weise Informationen über ihre Identität, ihren Gesundheitszustand oder ihren sozialen Status.
weiterlesenSchwarzes Meer: Lösen Kriegsschiffe das Delfinsterben aus?
Überproportional viele Delfine sind seit Kriegsbeginn an der Schwarzmeerküste gestrandet. Auch bei den Schweinswalen ist die Zahl der Totfunde deutlich gestiegen. Besteht ein Zusammenhang mit den militärischen Aktivitäten von Kriegsschiffen vor der Küste der Ukraine und dem Delfinsterben?
weiterlesenUpdate zum Delfin-Massaker auf den Färöer-Inseln
Das Abschlachten von 1428 Weißseitendelfinen auf den Färöer-Inseln hat 2021 weltweit große Empörung hervorgerufen. Wie reagieren die Färinger auf die Kritik? Gibt es ein Umdenken seitens der Politik? Und welche Aktionen wurden hierzulande gestartet, um gegen Grinds zu protestieren? Auf dieser Seite, die regelmäßig aktualisiert wird, geben wir einen Überblick.
weiterlesen
















