Delfinkot hilft gefährdeten Korallenriffen

von | 11. Juli 2022 | News - Delfine

Exkremente der Spinner-Delfine enthalten Nährstoffe, von denen Korallen profitieren

So profitieren Korallen von Delfinen: Mit ihren Ausscheidungen helfen Spinnerdelfine den bedrohten Korallenriffen auf den Malediven und dem Chagos-Archipel. Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass sie mit ihrem Kot zahlreiche Nährstoffe ausscheiden, die für die Riffe lebensnotwendig sind und diese stärken.

Korallenriffe auf der gesamten Erde in einem schlechten Zustand

Gerade erst hat in Bremen die Weltkorallenriff-Konferenz stattgefunden, auf der 1000 Forscher aus 90 Ländern Lösungen zur Rettung von Korallen gesucht haben. Allein in den vergangenen zehn Jahren sind fast 15 Prozent der Riffe abgestorben. Lediglich 20 Prozent sind weltweit in einem verhältnismäßig guten Zustand. Um die Korallen zu retten, ist es von entscheidender Bedeutung, dass sich die Ozeane nicht weiter erhitzen – dementsprechend müssen CO2-Emissionen dringend verringert werden. Auf lokaler Ebene gehören weniger Fischerei, weniger Verschmutzung und weniger Veränderungen durch den Tourismus zu den Aufgaben, die weit oben auf der Agenda stehen. 

Wie Forscher der Zoological Society London in einer Studie herausgearbeitet haben, könnten auch Delfine dabei helfen, Korallenriffe zu schützen. Im Fokus stehen hierbei die Exkremente der Spinnerdelfine auf den Malediven, welche die Produktivität und Resilienz der Korallenriffe verbessern. Die Studie legt nahe, dass die Meeressäuger eine wichtige Rolle bei der Unterstützung der angeschlagenen Korallenriff-Ökosysteme im Chagos-Archipel spielen. (Lesetipp: Delfin-Studie – Hautpflege mit Korallen)

„Ein starkes Argument für den Schutz der Delfine, um diese Riffe zu retten.“

Mittels Beobachtungen und Hydrophon-Aufnahmen stellten die Forscher fest, dass die Delfine morgens in die Lagunen der Korallenatolle eindringen, wo sie dann etwa die Hälfte des Tages ruhen und erst nachmittags zur Nahrungssuche und Jagd in tiefere Gewässer aufbrechen. Nach Schätzungen der Wissenschaftler scheidet eine Delfinpopulation in der ersten Tageshälfte etwa 288 Kilogramm Stickstoff in den flachen Lagunen aus. Für die Korallen sind diese Nährstoffe von elementarer Bedeutung, wie Dr. Tom B. Letessier, Hauptautor und Meeresforscher am Institut für Zoologie der ZSL, erklärt: „Indem sie in den flachen Lagunen der Atolle ihr Geschäft verrichten, liefern diese Delfine den Korallen lebenswichtige Nährstoffe – ein starkes Argument für den Schutz der Delfine, um diese Riffe zu retten. Es ist spannend, einen wahrscheinlich wichtigen Mechanismus gefunden zu haben, durch den das Verhalten der Delfine die Gesundheit der umliegenden Riffe erhalten könnte.“ 

Spinner sind die am häufigsten vorkommenden Delfine des tropischen Indischen Ozeans. Obwohl sie auf den Malediven und dem Chagos-Archipel gut geschützt sind, fallen sie in anderen Regionen der Fischerei zum Opfer. Dass ein verbesserter Delfin- und Walschutz nicht nur den Tieren selbst, sondern auch ganzen Ökosystemen zugutekommt, belegt die aktuelle Studie eindrucksvoll. (Lestipp: Alle Informationen rund um den Spinnerdelfin gibt es in unserem Artenführer)

l

Weitere Artikel

Wir brauchen ein Hochseeabkommen. Jetzt!

Mehrere UN-Staaten verhandeln derzeit in New York über ein neues Hochsee-Abkommen zum Schutz der Weltmeere. Dabei geht es nicht weniger als um den Lebensraum von Hunderttausenden von Arten, die von schädlichen Aktivitäten wie nicht nachhaltiger Fischerei oder Tiefseebergbau bedroht sind. Fakt ist: Wir brauchen dringend rechtliche Rahmenbedingungen für die Errichtung großer Meeresschutzgebiete, um das Leben in den Weltmeeren zu schützen und um verbindliche Richtlinien für die industrielle Fischerei festzulegen.

weiterlesen

Fischsterben in der Oder: Super-Gau auf 500 Kilometern

Das massive Fischsterben in der Oder wurde mutmaßlich durch das Einbringen einer giftigen Substanz verursacht. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht abzusehen, doch bereits jetzt steht fest, dass die Oder von jetzt an ein schwer geschädigtes Ökosystem ist. Neben Fischen sind auch andere Tierarten betroffen.

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!