Proben für den Ernstfall: Fake-Wal hilft bei Strandungen

von | 25. November 2021 | News - Delfine

In Kanada trainieren Rettungskräfte für den Ernstfall einer Wal- oder Delfinstrandung

Um die Simulation einer Orca-Strandung so realistisch wie möglich zu gestalten, kommt an der kanadischen Küste ein über vier Meter langer Trainingswal zum Einsatz, der mit Pontons „gerettet“ wird. Da die richtige Ausbildung über Leben und Tod der Meeressäuger entscheiden kann, sind die Trainings von großer Bedeutung. Wie laufen diese ab?

„Wir wollen die Trainings so realistisch wie möglich gestalten“, erklärt Paul Cottrell und verweist auf den lebensgroßen Schwertwal aus Plastik, der zu diesem Zweck ausgewählt wurde. Der Koordinator für die Rettung von Meeressäugern der kanadischen Behörde Fisheries and Oceans (DFO) erklärte weiter, dass der 4,2 Meter große Fake-Orca ähnliche Voraussetzungen bietet wie ein echter Schwertwal.

Hierfür wird der falsche Wal mit Wasser gefüllt und von mehreren Personen an den Strand geschoben. Dort üben die Retter verschiedene Techniken, um den Tieren im Ernstfall beste Überlebenschancen bieten zu können. Dazu gehört, das Tier zu beruhigen und zu stabilisieren, ehe Pontons angelegt werden, die dem Wal Auftrieb geben und die Rückkehr ins Meer erleichtern.

Das Rettungsteam bereitet zunächst den Ponton vor, um diesen anschließend an dem mit Wasser gefüllten Trainings-Orca zu befestigen.

 

„Wenn diese Tiere stranden, bleibt nicht viel Zeit."

Da in der Praxis kein Fall dem anderen gleicht, wird das DFO-Team bestmöglich im Umgang mit Strandungen ausgebildet. „Wenn diese Tiere stranden, bleibt nicht viel Zeit. Wenn die Ausrüstung an der Küste bereitsteht, benötigt man zwölf oder 14 ausgebildete Leute, um den Meeressäuger zu retten“, erklärt Paul Cottrell gegenüber den Medien.

Orcas stranden an der Küste von British Columbia (Kanada) regelmäßig, sobald sie bei ihrer Jagd auf Robben zu weit ins flache Wasser gelangen. Deshalb hat die kanadische Behörde Trainings dieser Art an der gesamten Küste organisiert. (Lesetipp: Bei Strandungen – So funktioniert die Ersthilfe bei Meeressäugern)

Fotos: Alex Rawnsley / Pattison Media

l

Weitere Artikel

Zwischen Propellern und Publikum: Dauerbedrohung für Delfin “Mimmo” in Venedig

Der Großer Tümmler „Mimmo“ sorgt seit Sommer 2025 in der Lagune von Venedig für Aufsehen, vor allem da er sich oftmals an belebten Orten wie vor dem Markusplatz aufhält. Doch statt dem hundertsten Selfie mit „Mimmo“, braucht es jetzt vor allem eines: konsequenten Schutz. Wie verantwortungsvolles Verhalten der Öffentlichkeit aussehen muss, um das Überleben des jungen Delfins zu sichern, haben die Autor:innen einer wissenschaftlichen Studie erarbeitet.

weiterlesen

Aktionsplan für den bedrohten Buckeldelfin gestartet

2024 wurde das Indian Ocean Humpback Dolphin Conservation Network (HuDoNet) von unserer südafrikanischen Projektpartnerin Dr. Shanan Atkins ins Leben gerufen. Ziel des Netzwerks, dem 71 Meereswis­senschaftler:innen und Naturschützer:innen aus 17 Ländern im westlichen Indischen Ozean angehören, ist es, den Schutz der gefährdeten Buckeldelfine im Indischen Ozean nachhaltig zu verbessern. Jetzt startet HuDoNet mit der Umsetzung des gemeinschaftlich entwickelten Aktionsplans, um den Schutz dieser bedrohten Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet gezielt voranzubringen.

weiterlesen

Marineland Antibes: Das Schicksal der verbliebenen Orcas

Marineland Antibes – einst ein beliebter Freizeitpark an der Côte d’Azur – stand lange Zeit sinnbildlich für das Leiden von Meeressäugern in Gefangenschaft. Auch nach der Schließung des Delfinariums im Januar 2025 hat sich an diesem Status nichts verändert. Das Schicksal der letzten zwei Orcas und zwölf Delfine ist ungewiss, die Sorge um ihre physische und psychische Gesundheit wächst. Ein geschütztes Meeresrefugium wäre die beste Lösung. Doch wie realistisch ist es, dass diesen 14 Tieren endlich ein Leben in Würde ermöglicht wird?

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
SozialBank AG
IBAN:
DE09 3702 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33XXX

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.

Zum Newsletter anmelden

Bitte tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse ein.

Vielen Dank für Ihr Abonnement!