Neuseeland: Kein Happy-End für Baby-Orca Toa
Der wenige Monate alte Schwertwal wurde ohne Familie aufgefunden – und verstarb zwei Wochen später
Am 11. Juli strandete ein nur drei bis sechs Monate junger Orca in der Nähe von Wellington in Neuseeland. Trotz großen Einsatzes der Helfer meldeten die Behörden am 23. Juli den Tod des Schwertwals. Wie es zu dem Unglück kam, ist unklar.
Getauft wurde der Baby-Orca auf den Maori-Namen „Toa“ – dies bedeutet soviel wie „mutig“ oder „stark“. Das waren eben jene Eigenschaften, die der junge Schwertwal an den Tag legte, nachdem er allein und verletzt am Strand bei Plimmerton nach seiner Strandung gefunden wurde. Sofort wurde im Hafen der Stadt ein Teilstück abgetrennt, um das Jungtier beobachten und medizinisch versorgen zu können.
Gleichzeitig starteten Flugzeuge und Boote, um die Familie des Schwertwals aufzuspüren. Mit der Rückkehr in den Familienverbund hätte Toa die besten Überlebenschancen gehabt. Doch die mehrtägige Suche, bei der auch die Bevölkerung um Mithilfe gebeten worden ist, brachte keinen Erfolg.
Baby-Orca mit Flasche gefüttert
In der Zwischenzeit trotzten unzählige Freiwillige sowohl Winterstürmen als auch dem kalten Wasser an der Westküste Neuseelands, um Toa im Hafenbecken am Leben zu halten. Sie fütterten den Jungbullen mit der Flasche und Forscher beobachteten jeden Atemzug. Dennoch verschlechterte sich sein Zustand nach zwei Wochen rapide. Toa starb nach Angaben der Walschützer und Tierärzte binnen einer Stunde.(Lesetipp: Phänomen weißer Orca)
Weshalb der Baby-Orca von seiner Familie getrennt wurde, bleibt nach wie vor ein Rätsel. Ein Grund könnte darin liegen, dass es der Herde bei einsetzender Ebbe nicht gelungen war, Toa aus einem Becken mit Felsen zu befreien.
In eigener Sache: Wie im Fall des jüngst geretteten Orcas vor der Küste Alaskas möchte das gesamte Team der GRD allen Freiwilligen danken, die versucht haben, Toa wieder ein Leben in Freiheit zu ermöglichen und dabei keine Mühen gescheut haben.
Fotos: Whale-Rescue – Eine Chronologie der Ereignisse um den Baby-Orca ist auf der Facebook-Seite von Whale-Rescue nachzulesen.
Weitere Artikel
Achtung, Betrug!
Wir beruhigen unser Gewissen, klopfen uns auf die Schulter und sagen: Seht her, wir tun alles Menschenmögliche, um einem gestrandeten Meeresindividuum zu helfen, wieder in den Ozeanen unterwegs zu sein. Wir zeigen Empathie, wir fühlen mit ihm, wir leiden mit ihm. Wir organisieren Bagger, um eine tiefere Fahrrinne für den Wal zu graben, in der Hoffnung, er möge aus eigener Kraft seinen Weg zurück finden in den Atlantik, wo er eigentlich zuhause ist.
Was aus unseren tagelangen Anstrengungen wird, bleibt offen. Wird er wieder Kräfte generieren?
Walgedanken – von Angelika Gebhard
Wir beruhigen unser Gewissen, klopfen uns auf die Schulter und sagen: Seht her, wir tun alles Menschenmögliche, um einem gestrandeten Meeresindividuum zu helfen, wieder in den Ozeanen unterwegs zu sein. Wir zeigen Empathie, wir fühlen mit ihm, wir leiden mit ihm. Wir organisieren Bagger, um eine tiefere Fahrrinne für den Wal zu graben, in der Hoffnung, er möge aus eigener Kraft seinen Weg zurück finden in den Atlantik, wo er eigentlich zuhause ist.
Was aus unseren tagelangen Anstrengungen wird, bleibt offen. Wird er wieder Kräfte generieren?
Tragischer Beifang: Buckeldelfin verendet in Hainetz vor Richards Bay
Vor rund zwei Wochen ist vor Richards Bay in Südafrika ein junger Delfin in einem sogenannten Hainetz verendet. Ein lokaler Drohnenpilot dokumentierte den Vorfall aus der Luft und stellt uns das erschütternde Videomaterial zur Verfügung. Bei dem Tier handelt es sich um ein junges Weibchen des seltenen und stark gefährdeten Indopazifischen Buckeldelfins.
weiterlesen
