GRD-Tauchworkshops für Geisternetzbergungen vermitteln wertvolle Lerninhalte
"Weil ich dazu beitragen will, die Unterwasserwelt und das Leben dort zu schützen."
Die Bilanz ist top: Mittlerweile 16 Teilnehmer:innen unserer Tauchworkshops zur Bergung von Geisternetzen präsentierten am Ende der beiden Herbst-Veranstaltungen stolz ihre Zertifikate. An den zwei intensiven Tagen erhielten sie umfassende Kenntnisse, welche für die Bergung von Fischerei-Altlasten unverzichtbar sind. Das GRD-Team freut sich über den enormen Zuspruch am neuen Standort unter der Leitung zweier erfahrener Einsatztaucher:innen.
Fischerei-Altlasten an die Oberfläche bringen
Wolfgang Düfer und Susanne „Susi“ Bordin sind feste Größen der GRD-Kampagne „FÜR MEER LEBEN“ und engagieren sich seit langem bei Geisternetzbergungsaktionen rund um Rügen. Wie oft die beiden Ehrenamtlichen aus Niedersachsen an der Bergung jener 11,5 Tonnen Fischerei-Altlasten, welche die GRD bis dato unschädlich gemacht hat, beteiligt waren, lässt sich heute kaum mehr nachvollziehen.
Seit Herbst diesen Jahres spiegelt sich ihre Leidenschaft für den Schutz der Meere und den Erhalt der marinen Artenvielfalt in einem neuen Projekt wider: Das Duo übernahm die Leitung des Workshop-Konzepts der GRD an einem neuen Standort und führt damit interessierte Taucher:innen an die komplexen Abläufe einer Bergungsmission heran. Einsatzort ist hierbei nicht die Ostsee, sondern der Aller- bzw. der Tankumsee im östlichen Niedersachen. Hier lassen sich im Praxisteil des Workshops das Anbringen der Hebesäcke, das Schneiden von Netzen oder Tampen sowie das Durchsägen von Eisenstangen ebenso gut trainieren wie in der Ostsee. Die beiden Seen bieten gegenüber dem Einsatzgebiet vor Rügen zudem zwei entscheidende Vorteile: Ihre zentrale Lage in Deutschland erleichtert die Anreise und den Wetter- bzw. Windverhältnissen muss weniger Beachtung geschenkt werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenKraft, Technik, Luft: Wichtige Lerneffekte allerorten
Nach den beiden Workshops im September und Oktober, an denen insgesamt 16 Teilnehmer:innen aus der gesamten Bundesrepublik sowie ein Taucherpaar aus der Schweiz teilnahmen, ziehen Wolfgang Düfer und Susi Bordin eine äußerst positive Zwischenbilanz. „Alle Taucher:innen haben die Aufgaben gut bewältigt, auch wenn es manchmal mehrere Anläufe brauchte“, berichtet Wolfgang Düfer. Besonders die Arbeit mit Säge und Bolzenschneider sei herausfordernd gewesen, da sie sowohl Kraft als auch Technik verlange und den Luftverbrauch in die Höhe trieb. Doch genau diese Lerneffekte sind es, die den Taucher:innen künftig von großem Nutzen sein werden, wenn sie sich in anderen Gewässern für den Umwelt-, Natur- oder Meeresschutz einsetzen. „Jeder ist dankbar für die Tipps und Hilfestellungen, die wir geben können“, erklärt Susi Bordin. (Lesetipp: Spektakuläre Bergung: 1,4 Tonnen Geisternetze entschärft)
Immer im Fokus: der Meeresschutz
Im Mittelpunkt der Workshops steht jedesmal der Schutz der Meere: Gut vorbereitet zu sein, um das Leben unter Wasser zu bewahren – diese Motivation eint alle Teilnehmer:innen. So antwortet die Essener Taucherin Mareike Mak auf die Frage, warum sie bei der Bergung von Geisternetzen mithelfen möchte: „Weil ich dazu beitragen will, die Unterwasserwelt und das Leben dort zu schützen. Dafür brauche ich die richtigen Fertigkeiten.“ Und Arne Sommerfeld fügt hinzu: „Da ich häufiger erleben musste, welche Auswirkungen Geisternetze auf die Tierwelt unter Wasser haben, möchte ich lernen, diese sicher zu entfernen.“
Die nächsten Workshops für interessierte Taucher:innen mit mindestens 60 Tauchgängen sind für das Frühjahr 2025 geplant. Bewerbungen sind über diesen Kontaktformular möglich (siehe unten).
Die zehn Teilnehmer des GRD-Workshops zur Bergung von Geisternetzen im Oktober zusammen mit den Workshop-Leitern Susi Bordin (2.v.li.) und Wolfgang Düfer (4.v.re.)
Weitere Pressemitteilungen
GRD fordert mit Positionspapier entschlossenes politisches Handeln gegen die Plastikflut!
Die Verschmutzung der Meere hat ein dramatisches Ausmaß erreicht: Jährlich gelangen weltweit bis zu 23 Millionen Tonnen Plastik in die Gewässer – mit verheerenden Folgen für die marinen Ökosysteme und damit auch für unsere Lebensgrundlagen. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) hat dem Bundesumweltministerium ein umfassendes Positionspapier vorgelegt und fordert entschlossene politische Maßnahmen, anstatt die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu ignorieren und eine Ausweitung der Umweltkatastrophe in Kauf zu nehmen.
weiterlesenGRD-Positionspapier zur Reduzierung der Plastikflut in der marinen Umwelt
Die Plastikmassen in den Weltmeeren gefährden langfristig die Stabilität und Biodiversität mariner Ökosysteme, auch an deutschen Küsten. Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. fordert dringend Maßnahmen zur Reduzierung der Plastikeinträge in die Meere.
weiterlesenSichten statt stören: So können Urlaubsgäste zum Schutz der Adria-Delfine beitragen
Zum Start der Urlaubssaison 2026 ruft die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) Adria-Reisende dazu auf, Delfinsichtungen vor der kroatischen Küste per App zu melden und sich bei Sichtungen an tierfreundliche Verhaltensregeln zu halten. Auf diese Weise können Reisende als Bürgerforschende aktiv zum Schutz der gefährdeten Großer Tümmler beitragen.
weiterlesen
