Erster Einsatz in der Ostsee: Solarbetriebenes Müllsammelschiff geht an die Arbeit
Das Müllsammelschiff "Circular Explorer" kann pro Tag bis zu 4000 Kilogramm Plastikmüll aus dem Meer fischen
In der vergangenen Woche wurde in Hamburg das solarstrombetriebene Müllsammelschiff “Circular Explorer” getauft. In den kommenden Monaten soll die Neuentwicklung vor Fehmarn eingesetzt werden, auch um Geisternetze aus der Ostsee zu ziehen. Anschließend wird das Müllsammelschiff “Circular Explorer” in den am stärksten verschmutzten Gewässern unserer Erde operieren.
Die „Circular Explorer“ ist ein Recycling-Katamaran, der zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Das Müllsammelschiff wurde mit dem Ziel gefertigt, aus Flüssen und Ozeanen Tonnen an Plastik zu fischen, damit dieses recycelt und wiederverwendet werden kann. In den stark verschmutzten Gewässern soll die „Circular Explorer“ täglich bis zu 4000 Kilogramm schädliches Plastik bergen. Dies haben sich die Initiatoren – die Umweltorganisation One Earth – One Ocean e.V. (oeoo) und der Baustoffkonzern Holcim Ltd. – zur Aufgabe gesetzt.
In der Praxis arbeitet das Müllsammelschiff „Circular Explorer“ der Organisation wie folgt: Ein Meter tiefe und maximal 3,5 Meter lange Netze werden bei Schrittgeschwindigkeit durch das Wasser geführt. Die Initiatoren betonen, dass dabei keine Fische oder andere Tiere gefangen werden. Mittels Förderband wird das Plastik ins Schiff transportiert und dort sortiert. Organik wird über eine Rutsche sofort wieder in die Gewässer geleitet.
Bis Oktober soll das Müllsammelschiff vor Fehmarn kreuzen und dabei helfen, Geisternetze aus der Ostsee zu bergen. Gleichzeitig ist der Katamaran als Botschafter für den Schutz der Meere auf der „Kieler Woche“ und der „Klimawoche“ in Hamburg präsent. Im kommenden Jahr erfolgt dann der Transport in die Bucht von Manila (Philippinen). In diesem und in anderen stark verschmutzen Gewässern soll die „Circular Explorer“ als Flaggschiff einer kleinen Flotte elektrisch betriebener Müllsammelschiffe agieren.
Müllsammelschiff "Circular Explorer": Nachhaltiger Kampf gegen Plastik im Meer
Den Informationen der Initiatoren zufolge werden bei jedem Einsatz des Müllsammelschiffs begleitend Umweltweiterbildungsprojekte und wissenschaftliche Studien durchgeführt. Darüber hinaus sollen Kooperationen mit lokalen Behörden und Umweltschutzorganisationen dafür Sorge tragen, dass der Kampf gegen den Plastikmüll im Meer auch nach Abreise der „Circular Explorer“ weitergeführt wird. (Lesetipp: Gegen Vermüllung: 6 clevere und sinnvolle Aktionen für den Meeresschutz)
Foto: Holcim/One Earth – One Ocean
Weitere Artikel
Zwischen Propellern und Publikum: Dauerbedrohung für Delfin “Mimmo” in Venedig
Der Großer Tümmler „Mimmo“ sorgt seit Sommer 2025 in der Lagune von Venedig für Aufsehen, vor allem da er sich oftmals an belebten Orten wie vor dem Markusplatz aufhält. Doch statt dem hundertsten Selfie mit „Mimmo“, braucht es jetzt vor allem eines: konsequenten Schutz. Wie verantwortungsvolles Verhalten der Öffentlichkeit aussehen muss, um das Überleben des jungen Delfins zu sichern, haben die Autor:innen einer wissenschaftlichen Studie erarbeitet.
weiterlesenAktionsplan für den bedrohten Buckeldelfin gestartet
2024 wurde das Indian Ocean Humpback Dolphin Conservation Network (HuDoNet) von unserer südafrikanischen Projektpartnerin Dr. Shanan Atkins ins Leben gerufen. Ziel des Netzwerks, dem 71 Meereswissenschaftler:innen und Naturschützer:innen aus 17 Ländern im westlichen Indischen Ozean angehören, ist es, den Schutz der gefährdeten Buckeldelfine im Indischen Ozean nachhaltig zu verbessern. Jetzt startet HuDoNet mit der Umsetzung des gemeinschaftlich entwickelten Aktionsplans, um den Schutz dieser bedrohten Art in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet gezielt voranzubringen.
weiterlesenMarineland Antibes: Das Schicksal der verbliebenen Orcas
Marineland Antibes – einst ein beliebter Freizeitpark an der Côte d’Azur – stand lange Zeit sinnbildlich für das Leiden von Meeressäugern in Gefangenschaft. Auch nach der Schließung des Delfinariums im Januar 2025 hat sich an diesem Status nichts verändert. Das Schicksal der letzten zwei Orcas und zwölf Delfine ist ungewiss, die Sorge um ihre physische und psychische Gesundheit wächst. Ein geschütztes Meeresrefugium wäre die beste Lösung. Doch wie realistisch ist es, dass diesen 14 Tieren endlich ein Leben in Würde ermöglicht wird?
weiterlesen
