Ein kurzer Schreckmoment - Surfer sehen öfter Delfine - Report vom Sichtungs-Team

von | 21. Februar 2019 | News - Südafrika

Schutz bedrohter Bleifarbener Delfine: Mithelfen als Citizen Scientist

Liebe Delfinfreunde,
das war zum Glück nur ein kurzer Schreckmoment: zufällig entdecken Shanan Atkins (Humpback Dolphin Reserach) und ich zur gleichen Zeit ein weißes, an der Wasseroberfläche treibendes Objekt. Sofort hat sie McCam an die betreffende Stelle gelenkt. Etwa in der Umgebung des Hydrophons. Dave Savides (Journalist vom Zululand Obeserver und Mitarbeiter bei Humpback Dolphin Research; Anm. d. Red.) hat es inzwischen übrigens auf den Namen „Jingles“ getauft.

Aber zum Glück war es nichts Beunruhigendes, sprich ein totes Tier. Tatsächlich schien es nur ein Stück Plastik oder ähnliches zu sein. Wieder einmal tiefes Aufatmen, weil nichts passiert ist!!!

Surfer sehen öfter Delfine

Und noch eine tolle Neuigkeit: Ein Jason C. meldete vor zwei Tagen eine Sichtung. Er war surfen und hat am Alkantstrand einen Delfin mit weißer Markierung an der Rückenflosse gesichtet. Um welche Art es sich handelte, konnte er nicht ausmachen.

Ich hoffe, dass noch viele weitere Meldungen folgen. Denn die Surfer sehen jedenfalls öfter Delfine, nur melden sie das (bisher noch) nicht!

Bleifarbene Delfine leben sehr küstennah. Deshalb kann man sie gut beobachten, auch wenn sie in der Regel recht scheu sind. © Brett Atkins

Delfine überall und eine Möve

Eine interessante Beobachtung hatte ich am 15. Februar. Plötzlich sah ich etwas vom Wasser aus in die Höhe schnellen. Im Bruchteil einer Sekunde entschied ich, dass es kein Vogel sein konnte und machte einige Aufnahmen.

Beim Anschauen hinterher dann die Bestätigung: ein Fisch war meterhoch in die Luft gesprungen, möglicherweise um einem Fressfeind zu entkommen. Die Wasserspritzer könnten von diesem verursacht worden sein. Sie sind jedenfalls etwas zu groß für einen so kleinen Fisch.

Man sieht – es gibt jeden Tag etwas Neues und Spannendes in Richards Bay zu entdecken! Wie am 11. Februar. Da wusste keiner mehr, wo er zuerst hinschauen sollte. Delfine überall und stundenlang!!! Das war ein Fest!!!!!

Oder auch so ein „Zufallstreffer“ wie die elegante Möwe, die einfach mal so an der Linse vorbeigeschwebt ist.

Es ist überhaupt herrlich, die Seevögel zu beobachten. Wie sie kilometerweit ein Boot bis in den Hafen begleiten, da sie genau wissen, dass es dort eine leicht zu erhaschende Fischmahlzeit geben wird.

Ein Jahrestag

Zum Abschluss noch eine Jubiläumsansage: Genau vor einem Jahr am 21. Februar um 08:09:38 bei P067 habe ich meine ersten zwei Tümmler fotografiert. Da hat wohl alles so seinen Anfang genommen mit Richards Bay. Wenn man bedenkt, wie sich das inzwischen so entwickelt hat…

Die Wasserspritzer sind etwas zu groß für einen so kleinen Fisch. © Judith Leiter

Im Visier: net 99

Besonders im Visier der Beobachtungen ist das vor Newark Beach installierte Hainetz „net 99“. In den vergangenen 10 Jahren verfingen sich 5 Haie in diesem Netz. Nur einer gehörte einer für den Menschen potentiell gefährlichen Art an. Doch im gleichen Zeitraum starben 15 Bleifarbene Delfine! Dabei ist “net 99” völlig überflüssig: Nur sehr wenige Menschen nutzen den von ihm “geschützten” Strand.

Ein wichtiges Ziel der Projektarbeit ist, dass dieses Hainetz abgebaut wird. Bereits im November 2017 stimmten stimmten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung von uMhlathuze zu, dass „net 99“ auf eine Länge von 100 m halbiert werden soll. Bis heute ist die Umsetzung dieser dringend notwendigen Maßnahme an bürokratischen Hürden und undurchsichtigem Kompetenzgerangel gescheitert.

AKTUELL: Das gefährlichste Hainetz an der Küste von Südafrika ist Geschichte!

Aussterben verhindern!

Jeder kann aktiv mithelfen und wichtige Daten sammeln. Sie sind unentbehrlich, damit das Projekt erfolgreich sein wird. Auf jeden Fall aber sollten wir um so mehr motiviert sein, das große Ziel zu erreichen und die Entfernung aller Netze an den Stränden in KwaZulu-Natal durchzusetzen.
Vielen Dank für euer Interesse und eure Hilfe!

 

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LineL

LineL lebt das ganze Jahr über in den Gewässern von Richards Bay und wurde im Mai 1998 erstmals gesichtet. Auf dem Bild ist sie mit Nachwuchs "Lilo" (hinten) zu sehen.

Zipper

Zipper ist ein Weibchen, das bereits seit sehr langer Zeit regelmäßig vor Richards Bay beobachtet wird. Die mehrfache Mutter dürfte mindestens 34 Jahre alt sein.

Venus

Das Delfinweibchen Venus (im Bild hinten) wird vor Richards Bay am häufigsten gesichtet. Sie dürfte mindestens 30 Jahre alt sein und ist dreifache Mutter.

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