Toter Delfin entfacht Hainetz-Kontroverse

by | Aug 26, 2017 | News - Südafrika

Tragischer Beifangtod im Hainetz

Mitte August bargen Mitarbeiter des KwaZulu-Natal Sharks Board (KZNSB) einen der vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine (Sousa plumbea) aus dem am Newark Beach bei Richards Bay installierten Hainetz „net 99“. Der tragische Beifangtod des seltenen Delfins entfachte eine hitzige Debatte in KwaZulu-Natal (KZN). Journalist Dave Savides, der auch „Delfinbotschafter“ des von uns unterstützten Projekts „Schutz für Bleifarbene Delfine vor dem Beifangtod in Hainetzen“ ist, hatte im „Zululand Observer“ eine Debatte angestoßen, die in KZN große Beachtung findet.

"net 99" mit auffällig hoher Delfin-Beifangrate

Bei dem getöteten Delfin handelte es sich um ein großes, erwachsenes Tier. Der Leichnam soll im Oceanographic Research Institute in Durban untersucht werden. Die hohe Beifangrate von „net 99“, in dem innerhalb eines Jahres mindestens vier Delfine starben, wird selbst den Verantwortlichen des KZNSB zu viel: „Wir machen uns Sorgen über die Todesrate“, wird Mike Anderson-Reade, Leiter des KZNSB von Richards Bay, im „Zululand Observer“ zitiert.

„Wir haben uns mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung von uMhlathuze getroffen und Vorschläge für Veränderungen an diesem Hainetz unterbreitet. Wir hoffen, dass sie positiv reagieren. Es ist ganz einfach, wir wollen keine Delfine fangen“, erklärt der KZNSB-Manager. Das Stellen von Hainetzen zum Schutz von Stränden vor Haiangriffen ist in Südafrika nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Entscheidung liegt bei den jeweiligen Stadt- und Gemeindeverwaltungen, die KZNSB beauftragen, die Netze zu installieren und zu warten.

Videopost von Dave Savides

Mit seinem Artikel im Zululand Observer und einem Videopost auf Facebook (#ZOWeekender) stieß Dave Savides auf überwiegend positive Resonanz. Die meisten Kommentare sprechen sich dafür aus, die Hainetze abzubauen.
Einige Beispiele:

„Hainetze sind archaisch. Im Grunde befeuert KZNSB die Angst vor Haien, was extrem schädlich für den Tourismus ist. Denn die Realität zeigt, dass nicht mit Hainetzen ausgerüstete Strände an unserer Küste tagein tagaus genutzt werden, ohne dass etwas passiert.“

„Wir sollten die Löhne für Lifeguards und ihre Anzahl an unseren Stränden erhöhen, um wirkungsvollen Schutz für Schwimmer und Surfer zu gewährleisten. Die größten Risiken im Wasser sind doch Brandungsrückströmungen, mächtige Brandungswellen, zerbrochene Glasflaschen etc“.
Foto oben: Dave Savides

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LineL

LineL lebt das ganze Jahr über in den Gewässern von Richards Bay und wurde im Mai 1998 erstmals gesichtet. Auf dem Bild ist sie mit Nachwuchs "Lilo" (hinten) zu sehen.

Zipper

Zipper ist ein Weibchen, das bereits seit sehr langer Zeit regelmäßig vor Richards Bay beobachtet wird. Die mehrfache Mutter dürfte mindestens 34 Jahre alt sein.

Venus

Das Delfinweibchen Venus (im Bild hinten) wird vor Richards Bay am häufigsten gesichtet. Sie dürfte mindestens 30 Jahre alt sein und ist dreifache Mutter.

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