Erste Erfolge für bedrohte Bleifarbene Delfine!

by | 20. November 2017 | News - Südafrika

Tod eines Delfins entfacht hitzige Debatte über Hainetze

Mitte August entfachte ein aus dem Hainetz „net 99“ geborgener toter Bleifarbener Delfin eine hitzige Debatte um den Einsatz von Hainetzen in KwaZulu-Natal. Dies führte nun zu ersten positiven Auswirkungen für Bleifarbene Delfine bei Richards Bay: Nach zähen Verhandlungen stimmten die Verantwortlichen der Stadtverwaltung von uMhlathuze Modifikationen der Netze „net 99“ und „net 5“ zu. Die durch diese beiden Netze verursachte hohe Beifangrate der vom Aussterben bedrohten Delfinart (Sousa plumbea) wird deutlich sinken. Ein erster, wichtiger Erfolg für das noch junge Projekt der Meeresbiologin Shanan Atkins und ihrer Mitstreiter, über den wir uns sehr freuen!

Wichtige Modifikationen zur Senkung der Delfinbeifänge

Karte: Sechs Hainetze und eine 'Drumline' schützen Alkanstrand in der Richards Bay.

Sechs Hainetze und zwei Drumlines vor Alkanstrand und Newark Beach (Richards Bay).

„net 99“ soll auf etwa 100 m Länge halbiert und um zwei Köderhaken (engl.: „Drumlines“ – an Bojen befestigte Leinen, an deren Ende ein schwerer Köderhaken zum Fang großer Haiarten befestigt ist) ergänzt werden. Das bereits 2005 halbierte „net 5“ soll entfernt und durch zwei zusätzliche Drumlines ersetzt werden.

Drumlines sind natürlich keine abschließend zufriedenstellende Lösung. Locken diese Fanggeräte doch genau die Tiere an die Küste, die man hier eigentlich nicht haben will: große Haie – und diese sterben am Köderhaken einen langsamen und grausamen Tod, wenn man sie nicht rechtzeitig befreien kann.

Für die in Südafrika vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfine und viele andere Meerestiere bedeuten die jetzt beschlossenen Modifikationen jedoch eine tatsächliche Gefahrenentlastung. Die Delfinbeifänge wie auch Beifänge von Rochen, Meeresschildkröten oder Fischen werden deutlich sinken!

Toter Bleifarbener Delfin wird aus Hainetz geborgen. Foto: Dave Savides

Breite Unterstützung des Projekts durch verschiedene Interessengruppen

Im August gelang Shanan Atkins die Gründung einer Arbeitsgruppe mit vielen Entscheidungsträgern aus KwaZulu-Natal. Unterstützer sind neben wichtigen Behördenvertretern die Umweltschutzorganisation „Ezemvelo KZN Wildlife“, der „Surf Lifesavers‘ Club“ sowie Medienvertreter. Mitte Oktober wird das erste Treffen stattfinden, mit dem Ziel, unterschiedliche Standpunkte zu identifizieren und gemeinsam tragfähige Lösungen der Hainetzproblematik zu erarbeiten.

SouSA-Konsortium: Es gibt deutlich weniger Bleifarbene Delfine als bislang angenommen!

Anfang des Jahres wurde das SouSA-Konsortium gegründet, eine Arbeitsgemeinschaft südafrikanischer Wissenschaftler, die sich mit Bleifarbenen Delfinen beschäftigen. In Zukunft sollen die Wanderungen der Delfine auf nationaler Ebene beobachtet und analysiert werden, um ihren Status und ihre Gefährdung besser beurteilen zu können.

Erste Auswertungen aller zur Verfügung stehenden Foto-ID-Kataloge deuten darauf hin, dass die vormals auf etwa 1 000 Exemplare geschätzte Population der Südküste (False Bay bei Kapstadt bis zur Algoa-Bucht bei Port Elizabeth) doch aus nur etwa 500 Bleifarbenen Delfinen besteht. Ein vom SouSA-Konsortium verfasstes Manuskript wurde für eine wissenschaftliche Zeitschrift akzeptiert. Darin wird ein nationaler Biodiversitäts-Managementplan vorgestellt, mit dem das Aussterben dieser Delfinart in Südafrika verhindert werden könnte.

Die aktuellen Projektneuigkeiten machen deutlich, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Forschung mit Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu verbinden. Die Zusammenarbeit aller involvierten Interessengruppen führte nun zu den ersten wichtigen Teilerfolgen!
nach Informationen von Shanan Atkins, Projektbericht #3
Foto oben: Pluto von Shanan Atkins

Helfen Sie den Bleifarbenen Delfinen jetzt mit Ihrer Patenschaft

LineL

LineL lebt das ganze Jahr über in den Gewässern von Richards Bay und wurde im Mai 1998 erstmals gesichtet. Auf dem Bild ist sie mit Nachwuchs "Lilo" (hinten) zu sehen.

Zipper

Zipper ist ein Weibchen, das bereits seit sehr langer Zeit regelmäßig vor Richards Bay beobachtet wird. Die mehrfache Mutter dürfte mindestens 34 Jahre alt sein.

Venus

Das Delfinweibchen Venus (im Bild hinten) wird vor Richards Bay am häufigsten gesichtet. Sie dürfte mindestens 30 Jahre alt sein und ist dreifache Mutter.

l

Weitere Artikel

Delfine vor Richards Bay: Report vom Delfinsichtungs-Team

Ich werde niemals müde, diese wunderbaren Geschöpfe zu beobachten und über sie zu staunen – und natürlich auch sie zu fotografieren. Schaut einfach mal rein. Ich bin ganz zuversichtlich, dass über kurz oder lang gewiss der eine oder andere Delfin an der Wasseroberfläche auftaucht oder sogar einen gekonnten Sprung vor euren Augen aufführt.

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

Ihre Spenden, Patenschafts- und Förderbeiträge sind steuerlich absetzbar.

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.