Endlich frei: Hainetze an Stränden in Südafrika abgebaut!

by | 27. Juli 2018 | Presse

Großartige Entwicklung für bedrohte Delfine, Haie, Rochen und Meeresschildkröten

Seit dem 26. Juli 2018 gibt es an Stränden in Südafrika keine Hainetze mehr. Grund ist ein Streik der Beschäftigten des für Wartung und Aufstellen der sogenannten „Strandschutznetze vor Hai-Angriffen“ verantwortlichen KwaZulu-Natal Sharks Board (KZNSB) für höhere Löhne. Aus Sicherheitsgründen und damit die Netze nicht unbeaufsichtigt – Geisternetzen gleich – ständig weitere Delfine, Haie und andere Meerestiere töten, wurden die zusammengerechnet 23,4 Kilometer Stellnetze, die an Stränden der Küste der Provinz KwaZulu-Natal installiert waren, abgebaut.

Kein Schutz vor Haiangriffen

„Delfine, Haie oder Rochen können endlich gefahrlos die Küste von Südafrika entlang schwimmen“, freut sich Ulrich Karlowski, Diplom-Biologe bei der Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD).

Hainetze sind keine Barriere. Etwa 400 m vor der Küste werden vor Badestränden mehrere, bis zu 200 m lange und sechs Meter hohe Stellnetze installiert, die knapp unter der Wasseroberfläche schweben. Delfine, Haie und andere Meerestiere können an ihnen vorbei und unter ihnen hindurch schwimmen.

Toter Bullenhai in Hainetz vor KwaZulu-Natal. Foto: Fiona Ayerst/Marine Photobank

„Die Netze sind vielleicht für Strandnutzer psychologisch wichtig. Für Meerestiere sind sie tödlich. Etwa ein Drittel der von Hainetzen gefangenen Haie verendet, wenn sie den betreffenden Strandabschnitt gerade wieder verlassen wollen“, betont Karlowski.

In KwaZulu-Natal starben innerhalb von 30 Jahren 33000 Haie, über 2200 Schildkröten, fast 8500 Rochen und 2500 Delfine in Hainetzen. Neben den vom Aussterben bedrohten Bleifarbenen Delfinen (Sousa plumbea) sind auch Indopazifische Große Tümmler (Tursiops aduncus) sowie Langschnäuzige Gemeine Delfine (Delphinus capensis) betroffen.

„Hainetze sind Geräte zu Vernichtung großer Exemplare von seltenen Haiarten, wie Weißer Hai oder Bullenhai. Als Kollateralschaden nimmt man in Kauf, dass die letzten überlebenden Bleifarbenen Delfine in Südafrika ausgerottet werden“, erklärt Ulrich Karlowski. Die Installation der Netze ist in Südafrika gesetzlich nicht vorgeschrieben und hoch umstritten. Die Entscheidung liegt bei den jeweiligen Stadt- und Gemeindeverwaltungen, die das KZNSB mit der kostspieligen Installation und Wartung der Netze beauftragen.

Bleifarbene Delfine vor Richards Bay, Provinz KwaZulu-Natal. Foto: Brett Atkins

Bevölkerung, Touristen und Kommunen werden unter Druck gesetzt

Um Druck auf die Gemeindeverwaltungen in KwaZulu-Natal auszuüben, verbreitet das KZNSB jetzt flächendeckende Warnungen, an den jetzt ungeschützten Stränden ins Wasser zu gehen. Einige Strände wurden sogar gesperrt. „Vielleicht haben wir Glück und die Situation zieht sich hin. Höhere Löhne würden noch höhere Kosten verursachen. Dies dürfte die ohnehin schon schwierigen Verhandlungen mit den Kommunen zusätzlich erschweren“, hofft Karlowski.

Schutzprojekt für bedrohte Delfinart

Seit Mitte 2017 unterstützt die GRD die südafrikanische Meeresbiologin Shanan Atkins von der Witwatersrand-Universität in Johannesburg und ihr Projekt „Humpback Dolphin Research“. Ziel des Projekts ist es die Ausrottung der letzten etwa 200 überlebenden Bleifarbenen Delfine, einer Buckeldelfinart, an der Ostküste von Südafrika zu verhindern.
Foto oben: David Savides

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