Mission “Deutsche Ostsee” –

Bergung tödlicher Geisternetze vor Rügen im Juni 2019

Geisternetze bedrohen die atemberaubende Artenvielfalt mariner Lebewesen in der Deutschen Ostsee

Die Ostsee ist unter anderem Heimat unserer einzigen heimischen Walart, des Schweinswals. Ostsee-Schweinswale gehören zu den in Europa am stärksten gefährdeten Kleinwal-Populationen! Ihr Bestand ist permanent rückläufig! Bedroht sind die kleinen Wale z.B. durch die Stellnetzfischerei und den Unterwasserlärm. Hin und wieder gibt es in der Ostsee auch Delfine zu sehen, so z.B. in der Flensburger Förde, regelmäßig auch in der Nähe von Kiel und Fehmarn. Ferner nutzen mehr als 9 Millionen Vögel die Ostsee als Überwinterungsgebiet. Allerdings gibt es hier, wie leider überall in den Meeren, auch ein Problem mit Geisternetzen. 

Einzigartige Artenzusammensetzung in der Ostsee

Die Ostsee ist ein großes und bis zu 459 m tiefes Binnenmeer in Europa und gilt als das größte Brackwassermeer der Erde. Allerdings gibt es in der westlichen Ostsee aufgrund des Wasseraustausches mit der Nordsee zumeist einen höheren Salz- und Sauerstoffgehalt. Als Brackwasser-Meer bietet die Ostsee besondere Lebensbedingungen. Je nach Meeresgebiet, zwischen der Kieler und der Pommerschen Bucht sind in der deutschen Ostsee zwischen 400 bis 600 Arten nachgewiesen. Alle Arten aus der Nordsee kommen auch in der Ostsee vor. Aufgrund der kleinräumig sehr vielfältigen geophysikalischen Bedingungen sind hier jedoch häufig kleinere „hotspots“ mit einer sehr hohen Anzahl sowie einer einzigartigen Zusammensetzung von Arten zu finden.

 

Ostsee-Schweinswale

In der zentralen Ostsee an der so genannten Darßer Schwelle ist eine selbstständige Population heimisch geworden. Dort leben zwischen 200 und 600 Schweinswale. Je nach Ansicht von Experten handelt es sich um eine eigene Unterart. Diese Ostsee-Schweinswale oder Deutschland-Wale gehören zu den in Europa am stärksten gefährdeten Kleinwal-Populationen. Sie mischen sich nicht mit dem als stabil bewerteten Bestand der Nordsee-Schweinswale. Dort unterliegt der Bestand jahreszeitlichen Schwankungen  zwischen 10.000 und 54.000.

Delfine und Großwale erobern die Ostsee

In den vergangenen Jahren wurden häufiger Wale und Delfine in der Ostsee gesichtet. Wissenschaftler wissen schlichtweg nicht, ob es sich bei den Besuchern um Dauerurlauber oder Irrgäste handelt. Aber Experten sehen für den Großen Tümmler durchaus Chancen, dass er die Ostsee als Lebensraum langfristig annehmen kann. Imposante Buckelwale werden auch künftig eher Ausnahmen bleiben, da sie große Wanderstrecken zurücklegen müssen.

Geisternetze - tödliche Fallen

Allen Arten gemein ist jedoch, dass Geisternetze eine tödliche Gefahr für sie darstellen. Denn die Meeressäuger können sich in den herrenlosen Fischernetzen verfangen, oder sie mit Nahrung verwechseln. Wenn sich Meeressäuger in den Netzen verheddern, ersticken sie qualvoll. Der WWF geht davon aus, dass allein in der Ostsee jedes Jahr bis zu 10.000 Netze und Netzteile verloren gehen und damit die einzigartige Artenzusammensetzung der Ostsee bedrohen!

Geisternetze bergen und der Vermüllung der Meere entgegenwirken

Die Naturschutzorganisation WWF, die im Jahr 2013 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Meeresmuseum 28 Wracks um Rügen betauchten, mussten feststellen, dass sich an jedem der angetauchten Wracks Geisternetze verfangen hatten. Diese Ergebnis ist alarmierend!

Deshalb unterstützen wir in diesem Jahr das Ghost Fishing-Projekt der Ghost DIVING-Stiftung, die Mission “Deutsche Ostsee” – Rügen 2019.

Wir bitten Sie, Helfen Sie uns, Schweinswale, Delfine, Seehunde, Fische und Seevögel in der Ostsee vor tödlichen Geisternetzen zu schützen!

 

Mission-Video: "Operation German Baltic 2019"

Mission Video “German Baltic 2019” © GHOST DIVING STIFTUNG

 

 

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