Erfolg: Kein Import wilder Belugas aus Russland in die USA!
Schwere Niederlage für US-Delfinarien
Das ist eine wichtige Entscheidung und eine schwere Niederlage für US-Delfinarien”, kommentiert die GRD den Beschluss der Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (National Oceanic and Atmospheric Administration / NOAA), einen Importantrag des Georgia Aquariums für sage und schreibe 18 in russischen Gewässern wild gefangenen Weißwalen oder Belugas (Delphinapterus leucas) abzulehnen.
Die GRD hatte – wie zahlreiche andere internationale Tier – und Naturschutzorganisationen – im Oktober vergangenen Jahres bei der NOAA Einspruch gegen den Import eingereicht und zu Protesten aufgerufen. Die NOAA bestätigte in ihrer Ablehnung einen von mehreren von den Organisationen vorgebrachten Kritikpunkt: Der Fang könnte schädigende Auswirkungen für den Belugabestand im Ochotskischen Meer gehabt haben.
Wir danken allen Mitgliedern und Unterstützern, die unserem Protestaufruf gefolgt sind, ganz herzlich. Dieser Erfolg ist auch Ihr Erfolg!
"Beluga-Flut" in den USA?
Im Georgia Aquarium leben derzeit (noch) vier Belugas, insgesamt sind in dieser erst seit 2006 bestehenden Anlage aber bereits vier Weißwale verstorben. So hatte das Aquarium bereits 2010 den Importantrag für 18 neue Belugas gestellt. Sie wären die ersten Wildfänge für amerikanische Delfinarien seit 20 Jahren gewesen. Das Aquarium wollte die Belugas aus der an der russischen Schwarzmeerküste befindlichen Utrish-Meeressäugerforschungsstaion importieren.
Mit einigen der wegen ihrer Stimmfreudigkeit auch als “Kanarienvögel der Meere” bekannten weißen Wale wollte man in der eigenen Anlage ein Schwimmprogramm aufbauen, die restlichen sollten auf Partner-Delfinarien verteilt werden, darunter Sea World Anlagen in Texas, Kalifornien, Florida und das Shedd Aquarium in Chicago. Die Wale waren in russischen Gewässern im Ochotskischen Meer zwischen 2006 und 2011 gefangen worden.
Das Leiden der Tiere spielt keine Rolle
Da wild lebende Belugas in US-Gewässern vor dieser Art kommerzieller Ausbeutung geschützt sind, versuchen Delfinarienbetreiber es immer wieder, diese wunderbaren Meeressäuger, aus Ländern mit weniger strengen Vorschriften zu erhalten. Für die in sozialen Verbänden lebenden und in den arktischen und subarktischen Gewässern von Russland, Grönland und Nordamerika heimischen Belugas ist die Haltung in Gefangenschaft die reinste Hölle, entsprechend hoch ist der “Tierverbrauch”: 56 Belugas sollen bislang allein in US-Delfinarien frühzeitig gestorben sein.
Die unfassbare Skrupellosigkeit der Delfinariumsindustrie zeigt sich nicht nur an den Zahlen aus den USA. So gibt es weiße Wale auch in türkischen Delfinarien. Die an maximal 8 Grad Wassertemperatur angepassten Belugas müssen hier mit Werten von weit über 20 Grad klar kommen und sich im Zuge der zutiefst erniedrigenden Vorführungen sogar in die mit über 40 Grad sengend heiße Luft katapultieren oder am Beckenrand aufliegen, damit von Mitgefühl oder Wissen um die Tiere völlig immunisierte Touristen die bedauernswerten Kreaturen streicheln können.
Fotos: A.Steffen
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