Delfinarien

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Argumente gegen den Besuch von Delfinshows und Delfinarien

Wissenschaftliche Erkenntnisse zu Meeressäugern in Gefangenschaft beweisen mehr und mehr, wie sehr die Tiere psychisch und physisch leiden. Auch in der Öffentlichkeit wächst das Verständnis für die Bedürfnisse der Wale und Delfine. Demzufolge ist es nicht vertretbar sie in Delfinarien zu halten. Hochintelligente Tiere nur als Attraktion und zur menschlichen Unterhaltung in kleine Betonbecken zu stecken und sie Kunststücke vorführen zu lassen, können viele Menschen nicht mehr mit sich vereinbaren. 

Globales Bewusstsein gegen Gefangenschaftshaltung wächst

Dieser Mentalitätswandel hat sich bereits positiv ausgewirkt. Rund ein Dutzend Länder haben mittlerweile Gesetze gegen die Haltung von Walen und Delfinen in Gefangenschaft verabschiedet, zuletzt Kanada.

Seit Dokumentationen wie “The Cove” oder “Blackfish”, die die traurige Realität der Tiere in Gefangenschaft zeigen, sinkt die Akzeptanz für Delfinarien. Am 16. Juli 2019 erschien der neue Dokumentarfilm „Longe Gone Wild“. Der Film fokussiert das brutale Geschäft mit Orcas, den größten Delfinen, in Gefangenschaft. Er setzt dort an, wo der gefeierte Dokumentarfilm „Blackfish“ aufgehört hat.

Traurige Realität in Delfinarien wird immer bekannter

Die Delfinarienindustrie versucht zwar alles, um negative Schlagzeilen und damit verbundene sinkende Besucherzahlen zu verhindern. Dennoch steigt das Bewusstsein der Menschen, dass Delfinarien und alles was dahintersteht keine schöne, heile Welt sind. In den vergangenen Jahren kamen mehr und mehr Nachrichten über „Unfälle“, Erkrankungen, Fehlgeburten und frühzeitige Todesfälle an die Öffentlichkeit. Sie zeigen, dass Delfinarien nichts anderes als grausame Gefängnisse sind.

Profitgier steht über Wohlergehen

Delfinarien und Tierparks sind ökonomisch ausgerichtet und an Profitmaximierung durch steigende Besucherzahlen interessiert, nicht am Wohlergehen und den Bedürfnissen der Tiere.

Deshalb sind die Anlagen sind so gestaltet, dass die Meeressäuger für das Publikum leicht sichtbar sind und gut vorgeführt werden können. Um die Instandhaltung, Wartung und Pflege der Anlagen effizient zu gestalten, haben sie oft glatte Oberflächen ohne natürliche Beschaffenheit. Die kleinen Becken sind aus schlichtem Beton oder Glaswänden. Diese sind meist nur wenige Meter lang und tief. Hohe Geschwindigkeiten zu schwimmen erlauben sie kaum. Sie bieten wenige natürliche Reize. Dementsprechend fristen die gefangenen Tiere ein trostloses Leben!

Einige Einrichtungen führen Meeressäuger in abgesperrten Buchten vor, anstatt in Delfinarien. Doch auch sie bringen Probleme mit sich: Lärmbelästigung durch Boote, Abwasser und Müll.

Der natürliche Lebensraum von Meeressäugern – der Ozean – ist unmöglich von Menschen nachzubilden!

Das Argument Bildung

Die Delfinarienindustrie argumentiert häufig, dass sie Bildungs- und Informationsarbeit leistet. Dennoch ist die Delfinarienindustrie nicht transparent mit ihren tierärztlichen Daten. Denn sie veröffentlicht kaum wissenschaftliche Studien zum Wohlergehen der Tiere in Gefangenschaft, obwohl sie über direkten Zugang zu relevanten Daten verfügen. Zudem behauptet sie, dass Menschen wichtige Informationen erhalten und durch die Liveshows für Wale und Delfine sensibilisiert würden.

Nur eine Minderheit der Delfinarienbesucher ist an Wissensvermittlung interessiert

Jedoch zielt die Mehrheit solcher Parks und Delfinarien darauf ab ihr Publikum zu unterhalten anstatt Informationen über die Tiere zu vermitteln. Umfragen haben ergeben, dass Zoo- und Aquarienbesucher im Allgemeinen auch zu Unterhaltungszwecken dorthin gehen.

Die spektakulären Choreographien und die laute Musik solcher Shows zeigen auch eindeutig, dass es um Entertainment geht. Die Vermittlung von Wissen und Informationen zu den gezeigten Arten, deren Sozialverhalten, ihr natürliches Vorkommen und Leben in der Wildnis sowie Gefahren und Bedrohungen für sie sind selten teil des Programms.

Stattdessen werden intelligente Meeressäuger wie Delfine als Surfbretter für Animateure benutzt. Obendrein führen sie Kunststücke vor, die ihnen von Menschen beigebracht wurden. In den Shows werden selten natürliche Verhaltensweisen abgebildet.

Die wenigsten Delfinarien stellen Informationen zum Artenschutz oder stellen Bildungsmaterial für Kinder oder Lehrer bereit

Es kann zudem argumentiert werden, dass in Gefangenschaft lebende Wale und Delfine ein falsches Bild vermitteln. Es werden beispielsweise viele Verhaltensweisen von Delfinen in Delfinshows als “Spielen” oder “Spaß” deklariert, die in der Natur als Aggressivität oder Belästigung gelten.

Das Argument Artenschutz

Ebenso oft benutzt die Delfinarienindustrie das Argument ihre Einrichtungen würden zum Artenschutz beitragen.  Allerdings sind in der Realität nur zwischen fünf und zehn Prozent der Zoos, Delfinarien und Aquarien in Artenschutzprogramme involviert. Außerdem ist die überwiegende Mehrheit der gezüchteten und gefangenen Meeressäuger weder bedroht, noch vom Aussterben gefährdet.

Die Delfinarienindustrie benutzt das Argument des Artenschutzes als reines Marketingtool

Entsprechend sorgen die meisten Zuchtprogramme in Gefangenschaft schlichtweg für eigenen Nachschub. Mit den Tieren wird auch unter den Parks gehandelt. Infolgedessen werden künstlich Populationen mit fragwürdigem genetischen Hintergrund geschaffen. Meeressäuger, die zu unterschiedlichen Populationen gehören und die sich in der Natur nicht paaren würden, wurden gekreuzt. Ebenso wurde aus miteinander verwandten Tieren Inzest-Nachwuchs generiert. Diese Tiere können nie freigelassen werden. Damit haben sie keinerlei Wert für den Schutz spezieller Arten.

Somit ist das gezeichnete Bild der vom Aussterben bedrohten Meeressäuger, die durch Delfinarien geschützt werden sollen, schlichtweg falsch!

Besonders in Russland und China boomt das Geschäft

Das Geschäft mit den Walen und Delfinen in Gefangenschaft boomt – vor allem in Russland und China. Jedoch werden die Meeressäuger aus der Wildnis gefangen, anschließend trainiert und dann exportiert. Die Zahl der Meeresparks steigt vor allem in China besorgniserregend schnell an. Dort gibt es mittlerweile 76 Delfinarien, 25 weitere werden gebaut. Der Großteil der Delfine, die dort gehalten werden, sind Wildfänge. Sie wurden aus Japan und Russland importiert.

Was Sie tun können

Besuchen Sie bitte niemals einen Tierpark, in dem Wale und Delfine in Gefangenschaft leben müssen – weder hier in Deutschland, noch im Ausland. Die Haltung der Meeressäuger kann weder tier- noch artgerecht sein!

Klären Sie bitte auch Familie, Freunde und Bekannte über das leidvolle Leben der Tiere in diesen Parks auf!

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