USA: Hohe Belohnung für Ergreifung von Delfin-Killer

Zunehmende Gewalt an Delfinen am Golf von Mexiko

An einem Strand in Waveland, US-Bundesstaat Mississippi, wurde Ende April ein erschossenes, trächtiges Delfinweibchen gefunden. Jetzt haben mehrere US-Tierschutzorganisationen eine Belohnung von 11 500 Dollar für die Ergreifung des oder der Täter ausgerufen. Wie die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde der USA (National Oceanic and Atmospheric Administration, NOAA) mitteilt, häufen sich Vorfälle dieser Art im Golf von Mexiko.

Brutaler Kampf: Sportfischer setzen Sprengsätze gegen Delfine ein!

Seit vielen Jahren beobachtet die NOAA eine beunruhigende Zunahme an Gewalttaten gegenüber Delfinen im Golf von Mexiko. Mindestens 24 Meeressäuger sind seit 2002 mit Verletzungen und Wunden, verursacht durch Beschuss mit Feuerwaffen, Jagdbögen oder Speeren an der Küste angeschwemmt worden. Die NOAA weist darauf hin, dass das Verletzen und Töten von Delfinen mit einer Geldstrafe von bis zu 100 000 Dollar und einem Jahr Haft geahndet werden.

Entlang der Südküste der USA sind Große Tümmler (Tursipos truncatus) sehr zutraulich oder, wie Sportfischer sagen, frech geworden. Die gewitzten und intelligenten Mereressäuger stibitzen den verdutzten Menschen die an der Angel zappelnde Beute im wahrsten Sinne des Wortes vor der Nase weg.

Verärgerte Angler wehren sich mit brutaler Gewalt

Selbst vor dem Einsatz von Rohrbomben schrecken verrohte „Homo sapiens Zerrbilder“ nicht zurück, haben sie doch Hunderte Dollar für ihren Angeltrip bezahlt und damit ein „Recht auf Beute“ erworben.

2009 wurde ein Kapitän aus Florida zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er selbstgebaute Rohrbomben auf die gesetzlich geschützten Delfine geworfen hatte. Ob diese dabei tatsächlich zu Schaden kamen, ließ sich nicht mehr nachweisen, spielte bei dem Prozess aber auch keine Rolle. Kapitäne aus Florida und Alabama räumten in einem weiteren Strafverfahren ein, auf Delfine im Golf von Mexiko geschossen zu haben. Sie erhielten eine Bewährungsstrafe sowie Geldbußen von 1 000 Dollar.

Delfine werden von Touristen und der Aussicht auf leichte Beute angelockt

Warum die Tümmler Sportanglern derart auf die Pelle rücken, führen Experten vor allem darauf zurück, dass sie sich zu sehr an Menschen gewöhnt haben. Immer mehr Ausflugsboote halten sich in ihren Revieren auf. Da Touristen auf solchen Trips Delfine ganz aus der Nähe sehen wollen, werden sie mit Fischen angelockt.

Ähnliche Auswirkungen haben Fischereivorschriften. Zur Eindämmung der Überfischung von beliebten Arten wie dem Roten Schnapper (Red Snapper), sind kommerzielle Fischer und Freizeitangler verpflichtet, zu kleine Exemplare sofort wieder ins Meer zurückzuwerfen. Und genau darauf warten die Delfine. Sie haben gelernt, wie man ohne großen Aufwand eine freie Mahlzeit bekommt. Vergleichbar wirken Fische am Angelhaken auf die Meeressäuger.

Hohe Dunkelziffer

Wie viele Delfine in US-Gewässern von Freizeitanglern tatsächlich getötet werden, lässt sich nicht feststellen. Die „Auseinandersetzungen“ finden meist 30 bis 50 Kilometer von den Küsten entfernt statt. Wenn ein Delfin in den dortigen tiefen Gewässern umkommt, wird er nur selten an Land angeschwemmt. Die NOAA vermutet daher eine hohe Dunkelziffer.

Adria-Tümmler, getötet von einer Harpune. Foto: M. Duras

Erschossene Delfine auch in Kroatien

Auch in der kroatischen Adria werden immer wieder Große Tümmler mit Schusswunden oder harpunierte Delfine entdeckt. Als Täter kommen Fischer und Touristen in Frage. Erstere töten, um Fischfang-Konkurrenten zu vernichten, letztere aus Spass am Töten.
Foto oben: Vor Makarska erschossener Adria-Delfin. Foto: M. Duras

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