Plastikkrise: Uns droht die „Plastifizierung“ der Weltmeere
Eine neue Studie sagt Verdoppelung der Plastikproduktion bis 2040 voraus. Das wird zu einer Vervierfachung des Plastikmülls in den Ozeanen führen.
„Globale Plastikkrise“, „unwiderrufliche Vermüllung“, „Plastifizierung der Ozeane“: In einer aktuellen Studie von Alfred-Wegener-Institut und WWF wird nicht mit scharfen Formulierungen gespart, um den aktuellen und künftigen Zustand der Weltmeere zu beschreiben. Zu Recht. Umso wichtiger ist es, dass auf der kommenden UN-Umweltkonferenz Fakten zum Wohl der Ozeane geschaffen werden.
Plastikstücke im Magen, tödliche Schlingen um den Hals, chemische Weichmacher im Blut. Die Gefahren für Meeresbewohner sind zahlreich. Plastik führt zu inneren und äußeren Verletzungen oder gar zum Tod von Meerestieren. Darüber hinaus schränkt es die Fortbewegung oder das Wachstum ein, mindert die Nahrungsaufnahme oder die Fortpflanzungsfähigkeit von Tieren und ändert ihr Verhalten. Zudem reichert es sich in der marinen Nahrungskette an. So vielfältig wie die Lebensformen und Lebensgemeinschaften im Ozean sind auch die Auswirkungen der Billionen Plastikfragmente. Kurzum: Wir haben eine Plastikkrise! (Lesetipp: Deutlich mehr Plastikmüll: Corona belastet die Meere zusätzlich)
Die Plastikkrise begreifbar machen
Die Dimensionen der Plastikkrise sind schon jetzt kaum noch in Worte zu fassen. Es müssen immer neue, extremere Vergleiche bemüht werden, um eine Vorstellung der irreversiblen Schäden zu vermitteln. Die nachfolgenden Grafiken bilden den aktuellen Stand ab, können die gesamte Tragweite der Plastikkrise aber nur bedingt vermitteln.
Gibt es Lösungen auf der UN-Umweltkonferenz?
Ab dem 28. Februar findet in Nairobi die UN-Umweltkonferenz statt. Entsprechend der Agenda soll dort über das Mandat zur Entwicklung eines verbindlichen Abkommens gegen den Plastikeintrag in die Meere entschieden werden. Auf der einen Seite steht die drastische Reduzierung von Einwegverpackungen, auf der anderen Seite Abfallvermeidungsstrategien und eine Schadenshaftung nach dem Verursacherprinzip. Dies sind nur einige der Möglichkeiten, um effektiv gegen die „Plastifizierung“ der Weltmeere vorzugehen. Es ist längst fünf vor Zwölf, weshalb in Nairobi endlich Tatsachen geschaffen werden müssen.
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