Vor Hongkong sterben die rosa Delfine

von | 15. Juni 2013 | News - Delfine

Ursachen für das Sterben von so vielen Jungtieren sind unklar

In den verschmutzten Gewässern vor der Millionenmetropole Hongkong treiben immer mehr tote Jungtiere der bedrohten Chinesischen Weißen Delfine (Sousa chinensis). Experten warnen vor dem Erlöschen der etwa fünf noch existierenden Populationen dieser noch weitgehend rätselhaften und streng geschützten Delfinart vor Hongkong. Die Ursachen für das jetzt beobachtete Sterben von so vielen Jungtieren sind unklar, am ehesten kommen wohl die starke Verschmutzung der Gewässer, Überfischung, Schiffskollsionen und Lebensraumverlust durch Landgewinnungsprojekte als Ursachen in Frage.

Sehr küstennah lebende Delfine

Das Verbreitungsgebiet der auch als Indopazifischer Buckeldelfin bekannten Art erstreckt sich auf die Küstengewässer des Indischen und Westpazifischen Ozeans. Man findet sie z.B. in der Straße von Taiwan, vor der afrikanischen Ostküste, vor Australien und China. Gelegentlich werden sie auch im Mündungsbereich von Flüssen gesichtet.

Küstennahe menschliche Aktivitäten stellen für diese Delfinart eine besonders starke Bedrohung dar, da sie ganz überwiegend in Küstennähe und flachen Gewässern lebt. Selten halten sich die Tiere in Wassertiefen von mehr als 20 Metern auf. Nach Schätzungen der Chinesischen Akademie für Fischereiwissenschaften sollen nur noch rund 2000 dieser Meeressäuger in den Meeresgebieten rund um China leben. Vermutungen, dass die kleinen Delfine vor Hongkong an kontaminierter Muttermilch sterben, konnten bislang nicht bestätigt werden.

Niedrigster Stand seit 10 Jahren

Im Rahmen eines Langzeitsprojekts des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Umweltschutz Hongkongs wurden vom April 2012 bis zum März 2013 die in den Gewässern um Hongkong lebenden Chinesischen Weißen Delfine von Schiffen, Helikoptern, mit Hydrophonen und von Beobachtungsstationen an Land aus gezählt. Dabei fand man 345 Gruppen mit insgesamt 1097 Delfinen. Besonders in den Gewässern um die Insel Lantau, der größten Insel Hongkongs, stellten die Wissenschaftler einen starken Rückgang der Bestände fest. Diese waren auf den niedrigsten Stand innerhalb eines Beobachtungszeitraums von 10 Jahren gefallen.

Zwei Buckeldelfine schwimmen dicht an der Küste. Foto: Kurt Räz.

Ihre Beliebtheit hilft ihnen nicht

Es hilft den oft rosa gefärbten langschnabeligen Tieren mit ihrem charakteristischen Buckel offenbar wenig, dass sie als eine Art Maskottchen für die Giga-Metropole gelten und sich bei Bevölkerung großer Beliebtheit erfreuen. Zu groß sind Landhunger und wirtschaftlicher Wachstumsdruck der drittgrößten Metropolregion der Volksrepublik China.
Foto oben: Kai Binder – Das Netz

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