Petition gegen Treibnetze: Tierschützer reagieren auf Trump-Intervention
Mittels Petition soll der US-Kongress aufgefordert werden, den Einsatz von Treibnetzen in Kalifornien zu verbieten
Die Fischerei mit Treibnetzen vor der Küste Kaliforniens ist ein gewaltiges Problem: Für jeden gefangenen Zielfisch, in diesem Fall sind es Schwertfische, werden bis zu sieben andere Meerestiere als Kollateralschäden getötet. Ein Gesetzentwurf gegen den Einsatz von Treibnetzen wurde in der Präsidentschaft von Donald Trump blockiert. Jetzt wollen Tierschützer den US-Kongress mittels Petition erneut zum Handeln auffordern.
Beifang in den Treibnetzen: Seltene Meeresschildkröten, Delfine, Wale und Haie
“Es ist an der Zeit, das unnötige Abschlachten von Delfinen, Meeresschildkröten und anderen Meerestieren durch Treibnetze vor der Küste Kaliforniens zu stoppen!” Dies ist der dringende Appell der Tierschützer von SeaLegacy und Seaspiracy, da jeden Tag aufs Neue unzählige Tiere gnadenlos getötet werden. Und dies lediglich aufgrund einer überholten Fischereimethode mit Treibnetzen, mit der Schwertfische gefangen werden sollen. Dass dabei zahlreiche andere Arten in den Treibnetzen landen, wird wahllos in kauf genommen.
Die Fischerei mit Treibnetzen hat eine hohe Beifangrate – Schätzungen gehen teilweise von einem Faktor von 7 zu 1 aus. Das bedeutet, dass für jeden Schwertfisch, der in den zwei Kilometer langen und 60 Meter tiefen Treibnetzen gefangen wird, bis zu sieben andere Meerestiere als Kollateralschäden gefangen werden. Dieser Beifang ist nicht selten bedroht oder gefährdet – so wie die beiden Pottwale, die 2017 durch die kalifornische Treibnetzfischerei getötet wurden.
Petition soll Treibnetze verbieten
Für ein Ende der zerstörerischen Fischerei mit Treibnetzen wollen jetzt die Tierschützer von SeaLegacy and Seaspiracy mit einer Petition sorgen. Ihren Angaben zufolge hat Kalifornien die Treibnetzfischerei in den eigenen Gewässern zwar verboten, aber in Bundesgewässern geht sie unvermittelt weiter. Im Jahr 2020 verabschiedeten Abgeordnete im Kongress der Vereinigten Staaten einen Gesetzentwurf zum Verbot der Treibnetz-Praxis in Bundesgewässern, allerdings legte Präsident Donald Trump damals sein Veto ein. Aktuell wurde sich dieser Thematik in Washington wieder angenommen: Sowohl Senat als auch Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten prüfen den Gesetzentwurf gegen Treibnetze in Bundesgewässern erneut. (Lesen Sie hierzu auch: Geisternetze: lautlose Killer)
Hintergrund: Das macht Treibnetze so gefährlich
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- Treibnetze haben im Meer den Effekt einer großen Wand, in der sich regelmäßig mehr Fische, Meeressäuger und andere Tiere verfangen, als beabsichtigt ist. Die Beifangrate ist enorm hoch.
- Dass Treibnetze in den Ozeanen verloren gehen, ist keine Seltenheit. Als Geisternetze fischen sie dann unkontrolliert weiter und töten über Jahrzehnte weitere Meeresbewohner. Zudem trägt das Kunststoff der Netze zur Vermüllung der Meere bei; das Plastik löst sich erst nach Jahrhunderten auf und wird zu Mikroplastik. Gelangen diese Kleinsteile in den Nahrungskreislauf, dann wird es nicht nur für die Tiere, sondern auch für den Menschen sehr gefährlich.
- Auch wenn Treibnetze auf der ganzen Welt verboten werden, wäre eine Kontrolle der Fangschiffe auf den Weltmeeren nahezu unmöglich.
Petition hat bereits über 130.000 Unterschriften gegen Treibnetze gesammelt
Um den Druck auf die Politik zu erhöhen, haben SeaLegacy und Seaspiracy eine Petition gestartet. Diese fordert den US-Kongress auf, den tödlichen Einsatz von Treibnetzen zu beenden. Am Mittwoch den 11. August 2021 lagen bereits 134.000 Unterschriften vor. Das Ziel von 150.000 Unterschriften ist somit fast erreicht.
Wenn Sie die Aktion mit ihrer Stimme unterstützen möchten, finden Sie hier den Link zur Petition “Stop the Deadly Use of Driftnets”
Foto: Screenshot SeaLegacy / Seaspiracy
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