Internationaler World Dolphin Day: Der Kampf gegen das Vergessen
In Gedenken an die ermordeten 1428 Weißseitendelfine auf den Färöer-Inseln
Vor genau einem Jahr stockte der Welt der Atem, als die Bilder der grausamen Tötung von 1428 Atlantischen Weißseitendelfinen (Lagenorhynchus acutus) auf den Färöer-Inseln um die Welt gingen. Anlässlich des heutigen Jahrestages dieser brutalen Massenabschlachtung der Meeressäuger ruft Sea Shepard – gemeinsam mit der #StopTheGrind-Koaltion, der auch wir angehören –, am heutigen 12. September 2022 zum ersten Mal den Internationalen World Dolphin Day aus. Denn das Massaker darf nicht vergessen werden!
Internationaler World Dolphin Day
Ziel dieses Tages ist es, das Bewusstsein für die Notwendigkeit des Schutzes von Delfinen weltweit zu stärken. Er soll daran erinnern, dass jährlich immer noch tausende Delfine und andere Kleinwale durch uns Menschen bedroht sind und getötet werden: Unzählige Meeressäuger verenden weltweit als Beifang in den Netzen der Fischerei, wie im Golf von Biskaya. Viele leben ein trostloses Leben in Gefangenschaft und werden bis heute im Namen der Tradition, wie auf den Färöer-Inseln, regelmäßig abgeschlachtet.
Delfin Springt über Trainer in einem Delfinarium | A. Steffen
Delfin mit gewickelter Fischereileine um Fluke | Dolphin Watch Alliance
Ein Jahr nach dem Massaker auf den Färöer-Inseln
Ein Rückblick: Die Bucht des Skala Fjords der Färöer-Inseln war im vergangenen Jahr Schauplatz der größten Massentötung von Delfinen in der Geschichte: 1428 erwachsene Atlantische Weißseitendelfine sowie zahlreiche Kälber fielen dem sogenannten „Grind“ zum Opfer (wir berichteten). Trotz der massiven internationalen Kritik gibt es seitens der Landesregierung der Färöer bis heute keine Einsicht, geschweige denn Anzeichen eines Einlenkens, um den maßlosen Blutrausch zu stoppen. Im Gegenteil: Die im Juli von der färöischen Regierung angekündigte neue Fangquote von 500 Atlantischen Weißseitendelfine übersteigt die durchschnittliche Zahl der von den Färöern getöteten Weißseitendelfine der letzten Jahre.
Abgeschlachtete Delfine auf den Färöer Inseln | Pete Kinsella
Abgeschlachtete Delfine auf den Färöer Inseln | Sea Shepherd
Ziele der #StopTheGrind-Koalition
Nach einem internationalen Aufschrei in Folge des Massakers im letzten Jahr bildete sich die globale Koalition namens #StopTheGrind, um politischen, wirtschaftlichen und sozialen Druck auf die Färöer-Inseln auszuüben. Diesem Zusammenschluss gelang es u.a. genügend Unterschriften zu sammeln, um eine Parlamentsdebatte anzustoßen, in der die Aussetzung des Handelsabkommens zwischen dem Vereinigten Königreich und den Färöern gefordert wurde. Das Ergebnis dieser Debatte war allerdings ernüchternd (wir berichteten).
GRD ist über 30 Jahre für den Delfinschutz aktiv
Seit über 30 Jahren machen wir uns für den Schutz wildlebender Delfine stark: Ab Anfang der 90er Jahre setzten wir bis 2018 das internationale Kontrollprogramm für delfinsicheren Thunfisch (SAFE) in Deutschland um und bewahrten damit 80.000 bis 100.000 Delfine jährlich vor dem grausamen Tod als Beifang in Fischernetzen. Als erste deutsche Delfinschutzorganisation dokumentierten wir bereits 1997 die Delfinmassaker im Golf von Biskaya. Bis heute fördern wir Projekte und Kampagnen zum Schutz wildlebender Delfine und bergen Geisternetze zum Schutz der in der Ostsee vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswale. Weitere Aktionen zum Boykott der Färöer-Inseln sind noch in diesem Jahr geplant und werden in Kürze auf unserer Website veröffentlicht.
Wir möchten Sie, liebe Delfinfreundinnen und Delfinfreunde, am heutigen Internationalen Tag der Delfine nochmals dazu auffordern, Waren von den Färöer-Inseln – wie Fischprodukte – zu boykottieren und den Tourismus der Inselgruppe nicht zu unterstützen. Zusätzlich möchten wir Sie bitten, Familie, Freunde und Bekannte über dieses grausame Verhalten der Färinger gegenüber den schutzlosen Lebewesen zu unterrichten. Bitte unterstützen Sie uns, dass diese menschlichen Gräueltaten nicht in Vergessenheit geraten. Vielen Dank im Namen der Delfine!
Das könnt ihr noch tun: Schickt ein Protestschreiben an den Premierminister Bárður á Steig Nielsen
Um euren Protest gegen die Massker auf den Färöer-Inseln Ausdruck zu geben, haben wir ein Schreiben vorbereitet, das an den Premierminister Bárður á Steig Nielsen adressiert ist. Bitte leitet diesen Protestaufruf nach dem Absenden auch an eure Familie, Freunde und Bekannte weiter. Jede Stimme, jeder Protest, jede Info-Mail zählt!
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