Rettungsaktion: Paracas-Tümmler verheddert sich in Geisternetz

von | 26. März 2020 | News - Peru

Updates zu den Supay- und Paracas-Delfinen 2019

Rettungsaktion:

Unsere Partner in Peru machten während einer Expedition auf See eine beunruhigende Entdeckung: Einer der großen Paracas-Tümmler hatte sich in Teilen eines Geisternetzes verheddert. Durch den Einsatz lokaler Taucher konnte ein Großteil des Netzes von der Fluke des Delfins “Paraca“ entfernt werden. Leider scheiterten bisher alle weiteren Versuche auch das letzte kleine Stück Netz zu entfernen. Paraca zeigt erfreulicherweise keine Anzeichen von Unterernährung. Das Netz schränkt den männlichen Tümmler also momentan nicht lebensbedrohlich ein. 

“Paraca” in der inneren Bucht des Nationalparks, mit Teilen eines Geisternetzes an der Fluke unterhalb der Wasseroberfläche. Die Identifikation des Tümmlers war eindeutig möglich, anhand seiner einzigartigen Rückenflosse mit prägnanter Kerbe (siehe kleines Bild).

Interaktionen mit der lokalen Bevölkerung

Seit über zwanzig Jahren sucht ACOREMA den persönlichen Kontakt und baut auf die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit lokalen Fischern, Unternehmern und der gesamten Bevölkerung. Die Bemühungen zahlen sich nachhaltig aus. Die lokalen Fischer interessieren sich immer mehr für die ortstreuen Delfine. Anhand des Foto-ID Katalogs erkennen sie mittlerweile einzelne Individuen und melden ihre Sichtungen. Auch die Delfine zeigen sich bei jüngsten Beobachtungen sehr neugierig gegenüber den Fischerbooten, welche sie früher aus gutem Grund mieden

Meeresmüll bedroht marine Artenvielfalt

Trotz dieser positiven Nachrichten sind noch nicht alle Gefahren gebannt. Die Verschmutzung der Weltmeere durch Plastik hat in den letzten Jahrzehnten leider enorme Ausmaße angenommen. Momentan landen nach Schätzungen von Wissenschaftlern etwa acht (min. 4,8 – max. 12,7) Millionen Tonnen Plastik jährlich in den Weltmeeren, Tendenz steigend. Wenn es so weitergeht wie bisher, dann wird es 2025 voraussichtlich bereits das Doppelte dieser Menge sein, und 2050 könnte mengenmäßig bereits mehr Fisch als Plastik in unseren Meeren schwimmen.

Für Meeressäuger wie Delfine und Wale stellt das umherschwimmende Plastik, neben anderen Formen der Kontamination (z.B. Chemikalien), eine enorme Bedrohung dar. Altes Fischereigerät (z.B. herrenlose Geisternetze) sind die tödlichste Falle für alle Meeresbewohner, die jährlich Tausende Opfer fordert. Größere Teile wie Plastiktüten, können von den Tieren direkt verschluckt werden, und Mikroplastik wird über die Nahrungskette weitergereicht. Auch in Peru ist diese Bedrohung für die marine Artenvielfalt bekannt.

Die Plastikverschmutzung im Ozean nimmt gewaltige Außmaße an und bedroht das marine Ökosystem.

Vollständige Befreiung geplant

ACOREMA plant in diesem Jahr weitere Versuche, das verbleibende Stück Netz von der Fluke des seit 2006 per Foto-ID katalogisierten Paraca zu entfernen. Helfen Sie uns jetzt, das Überleben dieses besonderen Delfins langfristig zu sichern. 

Projektpartner

HELFEN SIE MIT IHRER PATENSCHAFT

BODO

Bodo ist wahrscheinlich ein Männchen. Er liebt es, zu springen und die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

 

TATOOINE

Tatooine ist mit wahrscheinlich ein junges Weibchen. Ihre glänzende Rückenfinnne ist noch nahezu unversehrt.

VITALI-PAL

Vitali-Pal ist ein sehr kräftiger, männlicher Delfin, der gerne große Sprünge macht.

l

Weitere Artikel

Delfinschutzprojekt Peru: Gegenwärtige Situation und Zukunfts-Initiativen

Bericht der Diplom-Biologin Denise Wenger zur aktuellen Lage und Zukunftsperspektiven beim Delfinschutzprojekt Peru. Die Vorfreude auf die Zeit nach der Corona-Krise ist groß. “Wir freuen uns sehr darauf, wieder loszufahren, bei den Paracas-Delfinen zu sein und sie alle wohlauf anzutreffen. Im Moment wissen wir nicht, ob sie in Sicherheit sind”, Julio Reyes, ACOREMA.

weiterlesen

Spendenkonto

Gesellschaft zur Rettung der Delphine
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN:
DE57 7002 0500 0009 8348 00
BIC:
BFSWDE33MUE

Ihre Hilfe kommt an

Die GRD ist als gemeinnützig und
besonders förderungswürdig anerkannt.