Wale und Delfine: Verlierer und Gewinner 2018

von | 31. Dezember 2018 | News - Delfine

Das Artensterben geht weiter, aber es gibt auch positive Entwicklungen

Gewinner oder Verlierer? Alle zwei Jahre erscheint der Living Planet Report der Weltnaturschutzunion IUCN und des WWF – eine Bilanz des Schreckens über das globale Artensterben: Im aktuellen Report ist ein 60-prozentiger Rückgang unter den weltweit bekannten Wirbeltierbeständen seit 1970 verzeichnet. Zu den Verlieren 2018 zählt unter anderem der Amazonas-Flussdelfin (Inia geoffrensis), der nun offiziell als stark gefährdet gilt.

Ausmaß des globalen Arten- und Biodiversitätsverlusts wird unterschätzt

Auf der Roten Liste der bedrohten Arten der IUCN sind mittlerweile fast 27.000 Tier- und Pflanzenarten als bedroht eingestuft. Das ist ein neuer Negativrekord. 2008 waren es noch rund 10 000 weniger. Fast 30 Prozent aller untersuchten Arten sind betroffen.

Und doch bleibt die Übersicht weit hinter dem wahren Ausmaß des Artensterbens zurück. Denn weniger als 20 % aller Tierarten sind bislang wissenschaftlich überhaupt beschrieben. Artenforscher wie Prof. Dr. Michael Schrödl (SNSB – Zoologische Staatssammlung München) gehen davon aus, dass wir jedes Jahr 20 000 bis 50 000 Tierarten verlieren. Von ihnen haben wir noch nicht einmal Notiz genommen, bevor wir sie ausrotteten.

Keine Daten – Keine Bewertung

Gerade bei seltenen und wenig bekannten Delfinarten wie dem Clymene-Delfin (Stenella clymene) dem Burrunan-Delfin (Tursiops australis) oder dem Südlichen Glattdelfin (Lissodelphis peronii) und vielen anderen Arten weiß man oft nicht viel mehr, als dass es sie da draußen gibt.

Es fehlen weltweit die notwendigen Mittel, um die Bestände adäquat zu erforschen. Oftmals weiß man nicht einmal, wo genau wo die Verbreitungsgebiete mancher Delfinarten sind. Ohne Daten kann der Erhaltungsstatus einer Art nicht bewertet werden. So lange gilt sie als nicht bedroht oder gefährdet. Doch vielleicht existiert sie schon gar nicht mehr. Nur ist das noch niemandem aufgefallen.

Bleifarbene Delfine (Sousa plumbea) gehören zu den noch unzureichend erforschten Delfinarten. 2018 setzten Südafrikanische Wissenschaftler ihre Zahl auf Basis aktueller Daten von 1 000 auf 500 Tiere, die an der Küste Südafrikas leben, herab. Foto: Brett Atkins

Verlierer 2018: Der Amazonas-Flussdelfin

Seit Jahren ist bekannt, dass der Bestand der auch als Inia, Boto oder Pink Dolphin bekannten Amazonas-Flussdelfine durch Jagd, rücksichtslose Fischerei, Umweltverschmutzung und Rodung des Regenwaldes stark zurückgeht. Jetzt wurden sie auf der Roten Liste offiziell als „endangered“ eingestuft.

Es wird nicht viel helfen. Um sie zu retten, müsste die Regierung von Brasilien konsequente Schutzmaßnahmen umsetzen. Doch Brasiliens neuer ultrarechter Präsident Jair Bolsonaro hält nichts von Umwelt- und Naturschutz. Das Schicksal des Inia und seines Lebensraumes steht unter keinem guten Stern.

Gewinner 2018: Finnwale und Westpazifische Grauwale

Es gibt auch einige Gewinner. Finnwale und Westpazifische Grauwale profitierten vom Walfangverbot und der Einrichtung von Schutzgebieten.

So verbesserten sich die Westpazifischen Grauwale (Eschrichtius robustus) auf der Roten Liste mit ihrem Bestand von gerade einmal 100 bis 150 Tieren von “vom Aussterben bedroht” auf “stark gefährdet”.

Auch das zweitgrößte Säugetier der Erde meldet sich mit positiven Nachrichten zurück. Die Zahl der Finnwale (Balaenoptera physalus) hat sich seit den 1970er Jahren auf etwa 100.000 verdoppelt.

2012 tauchten 8 Finnwale nördlich von Split in der Adria auf. Foto: Sven Sjöström

Dunkle Wolken am Horizont

Ende 2018 gab die japanische Regierung offiziell ihren Austritt aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) bekannt. Man will den kommerziellen Walfang wieder aufnehmen. Dann werden auch Finnwale wieder verstärkt ins Visier japanischer Harpunenkanonen geraten.
Foto oben: S. Hartmann

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