Adria-Delfine – Totfunde 2018 und Todesursachen

Projektbericht 2018 - Erstmals in der Adria: Plastiktüte tötet Delfin

Aus dem Projektbericht 2018 der Meeres- und Delfinschutzorganisation „Val“, Zagreb, und der Tiermedizinischen Fakultät der Universität Zagreb.

Weniger Totfunde gegenüber 2017

Im vergangenen Jahr gab es Meldungen zu 21 toten Meeressäugern aus dem Gebiet der kroatischen Adriaküste. Damit sank erstmals seit Jahren die Zahl der Totfunde. 2017 verzeichnete man noch 33 gestrandete Delfine und einen Schnabelwal.

Nicht verwunderlich ist, dass die mit Abstand häufigste Art erneut der Große Tümmler (Tursiops truncatus) war (15 Fälle). Denn es ist die einzige Delfinart, die sich ständig und in messbarer Zahl in der Adria aufhält.

Weiterhin gab es 2 tote Streifendelfine (Stenella coeruleoalba). Auch dies ein Rückgang. 2017 starben mindestens mit fünf Tiere dieser in der Adria recht seltenen Art. Bei 2 weiteren Funden indes, konnte die Art nicht mehr bestimmt werden. Die Körper waren zu stark verwest. Wie bereits 2017 starb auch 2018 ein Cuvier-Schnabelwal (Ziphius cavirostris). Und einmal sogar ein Finnwal (Balaenoptera physalus).

Funde toter Meeressäuger 2018 (lila: Großer Tümmler; gelb: unbekannt; grün: Streifendelfin; blau: Cuvier-Schnabelwal; rot: Finnwal)

Totfunde gab es das ganze Jahr über. Außer im Dezember. Dabei erstrecken sich die Fundorte über die gesamte Küstenlinie und Inseln. Ein lokaler und/oder zeitlicher Hotspot lässt sich aus den Daten nicht herauslesen.

Erstmals tötet eine verschluckte Plastiktüte einen Adria-Delfin

Während das Ertrinken in Fischernetzen 2017 noch eindeutig die häufigste Todesursache bei den Adria-Delfinen war, konnte dies 2018 weitaus seltener festgestellt werden (nur bei einem Tier).

Erstmals dagegen dokumentierten die Tierärzte der Uni Zagreb das Verschlucken einer Plastiktüte als Todesursache. Sie wurde einem Streifendelfin zum Verhängnis. Er starb an Magenverstopfung. Verhungerte. Qualvoll.

Diese kleine Plastiktüte tötete einen Streifendelfin (Foto oben).
Fotos: Martina Đuras

Vom Leben und Sterben der Adria-Delfine 2018

Feldarbeit

Im Juni bis Ende August unternahm das Team um Dr. Martina Đuras gemeinsam mit Studenten als Volontären 16 Monitoring-Fahrten. Sie fanden statt im Großraum Zadar und Šibenik bis in den Kornaten Nationalpark. Dabei wurden fast 80 Delfine gesichtet und – wann immer möglich – auch fotoidentifiziert

Mitte Juli bis Ende September hatte die Feldstation auf der Insel Molat geöffnet. Diesmal kamen dort 8 Volontäre zum Einsatz.

Partnerschaften

Die Feldarbeit fand in Zusammenarbeit mit Nationalpark Brijuni und des Naturparks Telašćica der Gespannschaft Šibenik-Knin statt. Während die Agentur für Umwelt und Natur (Hrvatska agencija za okoliš i prirodu – HAOP) bei der Finanzierung der postmortalen Untersuchungen half, unterstütze die Universität in Zagreb Anschaffungen für die Gewebe- und Skelettsammlung.

Im Rahmen des „Plavi projekt“ vertieften sich Kooperationen mit der NGO „Argonauta“ aus Murter und dem Aquarium Pula.

Das Blaue Projekt - Plavi Projekt

Aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) konnte das „Plavi Projekt“ (Blaues Projekt) finanziert und umgesetzt werden.

Damit wurde die Arbeitssammlung der Tiermedizinischen Fakultät komplett neu eingerichtet. Es ist geplant, die Sammlung für die Öffentlichkeit (nach Anmeldung) zu öffnen.

Unser ganz herzlicher Dank!

Wir danken allen, die mit ihren Spenden, einer Patenschaft für einen Adria-Delfin oder mit ihren Sichtungsmeldungen so tatkräftig mithelfen, das wir dieses Projekt durchführen können.

Aussterben ist für immer. Und dagegen wehren wir uns. Doch das geht nur mit Ihrer Hilfe. Dafür danken wir ganz herzlich. Sie tragen dazu bei, die Welt zu einem besseren Platz zu machen!

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STRELICA

Strelica (Pfeil) wurde gemeinsam mit den Patendelfinen Dobro Jutro und Poveliki beim Wellenreiten beobachtet.

VESELJAK

Veseljak (Spaßvogel) verdankt seinen Namen seiner schier unbändigen Lust an akrobatischen Sprüngen. Oft hielt er mit seiner Energie den Rest der Delfingruppe "auf Trab".

LUNA

Luna wurde im Juli 2015 vom "Adriatic Dolphin Observer" Werner Kellerer in der südlichen kroatischen Adria vor Slano identifiziert.

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