Artenschutzkonferenz endet mit positiven Signalen für Delfine und Wale

by | 10. November 2014 | News - Delfine

Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten 2014

Für Delfine, Wale und weitere 31 Tierarten brachte die elfte Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS), die am 09.11.2014 im ecuadorianischen Quito endete, einige erfreuliche Ergebnisse. Größte und wichtigste Gruppe der neu in die CMS-Schutzlisten aufgenommenen Tiere sind 21 Hai-, Rochen- und Sägefischarten. Auf der Konferenz wurde unterstrichen, dass diesen Arten, die auch kommerziell befischt werden, bessere Überlebenschancen gewährt werden sollen.

Resolution gegen Lebendfänge von Delfinen und Walen für Delfinarien

Für Mantas und Teufelsrochen gilt sogar ein absolutes Fangverbot. Bedauerlicherweise gehören allerdings große Fischereinationen wie Russland, China und Japan nicht zu den 120 Mitgliedsländern der CMS. Auch die Cuvier-Schnabelwale (Ziphius cavirostris) im Mittelmeer haben jetzt den höchsten CMS-Schutzstatus. Diese besonders lang und tief tauchende Art (bis zu 40 Min. mit Tauchtiefen von über 1000 m) ist besonders durch akustische Meeresverschmutzung gefährdet, wie sie z.B. im Zusammenhang mit militärischen Sonarübungen oder seismischen Messungen zur Erkundung von Erdgas- und Erdöllagerstätten auftritt, gefährdet.

CMS-Mitgliedsländer sind jetzt gefordert, nationale Gesetze zu schaffen, die den Fang wild lebender Delfine und Wale zu kommerziellen Zwecken verbieten. Außerdem sollen CMS-Länder den Import und internationalen Transit von Delfinen und Walen zu kommerziellen Zwecken unterbinden und Staaten, die sich nach wie vor an Fangaktionen für kommerzielle Zwecke beteiligen, zur Einstellung der Fänge auffordern.

Resolution zur Bedeutung von Kultur bei intelligenten Säugetierarten

In einer weiteren Resolution erkannten die über 900 CMS-Delegierten an, dass einige hoch entwickelte Säugetierarten wie z.B. verschiedene Delfin- und Walarten aber auch Menschenaffen und Elefanten eine nicht-menschliche Kultur entwickelt haben. Von der Erforschung derartiger nicht-menschlicher kultureller Entwicklungen erhofft man sich wichtige Argumente für den Schutz dieser Tierarten.

So hat der Verlust oder die Entnahme bestimmter, bedeutender Individuen bei diesen Arten weit über die bloße Reduzierung der Bestandszahl hinausgehende Folgen für die betroffene Gruppe oder Population. Der Verlust von Individuen mit speziellem kulturellem Wissen, wie z.B. einer speziellen Jagdtechnik, kann verheerende Auswirkungen haben.

Leider kein zusätzliches Geld für den Tier- und Artenschutz

Ein ganz entscheidender Punkt wurde auf der Konferenz jedoch abgeschmettert. Mit Verweis auf die Finanzkrise lehnten die Mitgliedsstaaten eine Erhöhung des CMS-Etats leider ab.

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